Heute geht die Musikmesse Midem in Cannes zu Ende. Neue Spielzeuge für die Konsumgesellschaft und der boomende Mobilfunkmarkt verheißen ein gutes Jahr - wenn sich die Musikindustrie durch rigiden Kopierschutz nicht selbst ausbremst. Ein Trend-Resümee.
Was passiert eigentlich, wenn man ein digitales Musikstück in einem Internetshop legal erwirbt?
(© Foto: Midem)
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Zunächst lädt man sich ein Soundfile auf den Rechner oder sein mobiles Endgerät, das mit einer Codierung versehen ist, die es nur unter bestimmten Bedingungen ermöglicht, das Lied auch abzuspielen.
Daher wir gleichzeitig mit dem Song vom Portal ein weiteres File, ein so genannter Lizenzschlüssel geliefert. Erst die Kombination aus beiden Dateien ermöglicht es, das Stück auch auf dem Endgerät des Käufers zu nutzen.
Dieses Verfahren ist der Kern des so genannten "Digital Rights Management" (DRM) und es ist die Wunderwaffe der Musikindustrie, um allzu freigiebiges Verteilen von Liedern im Freundeskreis zu verhindern.
Für den Konsumenten aber ist es häufig ein Ärgernis. Funktioniert die Entschlüsselung im geschlossenen System des iTunes-Geschäftsmodells weitgehend ohne Probleme, ärgert sich der Rest der Konsumentenwelt, weil es bislang keine Standardisierungen gibt, die einen garantierten Konsum nach dem Kauf ermöglichen.
Der Haken an er Sache liegt in der Uneinigkeit der Industrie, die Musikangebote und Endgeräte nicht aufeinander abstimmt. In der Regel werden Soundfiles als Windows Media (TM) Audio Track verkauft. Der mitgelieferte Schlüssel ermöglich es allen Microsoft-Rechnern, den Song über den Media Player abzuspielen. Allerdings lassen sich die zugesicherten zehn gebrannten Kopien nur über Brennprogramme wie den Windows Media Player machen, die den TM-Lizenzschlüssel auch lesen können.
Das gleiche gilt für mobile mp3-Player, die ebenfalls das Windows-Lizenzsystem implementiert haben müssen. Haben sie das nicht - und das ist bei vielen preiswerten Discountgeräten der Fall - lässt dich die Musik nicht wiedergeben.
Das Resultat: Frustration, Ärger, Wut über den verlorenen Euro, den ein legaler, aber nicht abspielbarer Download gekostet hat. Und die nachvollziehbare Reaktion, sich in Zukunft nach Systemen umzusehen, die Audio Files im offenen mp3-Format weitergeben, das solche Schikanen nicht kennt. Dabei handelt es sich nicht um ein Nischenproblem. Laut interner Schätzungen des T-Online Musikservice Musicload Marketing & Sales kann man inzwischen davon ausgehen, dass in Deutschland rund fünf Millionen registrierte User von Portalen aufgrund solcher Erlebnisse ein einziges Mal einen Track downgeloaded haben - und dann nie wieder.
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