Das Kinodrama "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist dem Bayerischen Filmpreis als bester Film des Jahres 2005 ausgezeichnet worden. Gleich vier Mal erfolgreich war der Stasi-Film "Das Leben der Anderen".

Die grandiose Inszenierung und die herausragenden Leistungen der Hauptdarsteller Julia Jentsch und Alexander Held hätten die Jury tief beeindruckt, erklärte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber am Freitag in München laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript. Der Ehrenpreis geht an den Schauspieler Maximilian Schell.

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Gleich vier Mal erfolgreich war der Film "Das Leben der Anderen": Der Schauspieler Ulrich Mühe erhielt den Preis als bester Darsteller für seine Verkörperung eines Stasi-Hauptmanns, der sich als Abhöroffizier mit wachsenden Zweifeln plagt. Für das Drehbuch und die Regie wurde Florian Henckel von Donnersmarck ausgezeichnet, der vierte Preis ging an die Produzenten Wiedemann & Berg. Der Bayerische Filmpreis für die beste Schauspielerin ging an Nina Hoss als "Die weiße Massai". Den Regiepreis bekam Andreas Dresen für seine Berlin-Komödie "Sommer vorm Balkon".

Der deutsche Film stehe "auch im internationalen Filmgeschäft für Qualität, Kreativität und Erfolg", sagte Stoiber. Trotz des Einbruchs bei den Besucherzahlen habe er sich auf gutem Niveau stabilisiert und sei eine feste wirtschaftliche Größe.

Ehrenpreis für Schell

Den mit 200.000 Euro dotierten Preis für den besten Film bekommen die "Sophie Scholl"-Produzenten Goldkind und Broth. Der bereits auf mehreren Festivals bejubelte und ausgezeichnete Film, der eine Million Besucher in die Kinos lockte, bringe den Zuschauern eine wache und warmherzige Studentin näher. Auf tief bewegende Weise erzähle er, wie Sophie in qualvollen Verhören ihren Widerstand gegen das NS-Regime formuliere. Der Film sei "ein Mahnmal gegen das Vergessen".

Der 75-jährige Maximilian Schell wurde von Stoiber als "großer Künstler" und "wahrhaftiger, aufrechter und großzügiger Mensch" mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet. Als einer der wenigen europäischen Schauspieler habe er es auf Bühne und Leinwand zu Weltruhm und höchstem Ansehen gebracht. Schon 1961 habe er für seine Rolle als fanatischer Anwalt in "Das Urteil von Nürnberg" den Oscar erhalten. Auch als Regisseur habe der Weltbürger und große Humanist Maximilian Schell Maßstäbe gesetzt.

Weitere Preisträger sind die Schauspieler Sandra Hüller und Max Riemelt, der Dokumentarfilmer Philip Gröning für "Die Große Stille", Hans-Günther Bücking für "Schneeland" sowie der Familienfilm "Es ist ein Elch entsprungen" und das Drama "Warchild". Die Verleihung der Filmpreise am Freitagabend im Münchner Prinzregententheater wird am Sonntag vom Fernsehsender Kebel.1 ausgestrahlt.

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(AP)