Müller-Hohenstein ersetzt Kerner Lattenkracher

Fliegender Wechsel: Statt Johannes B. Kerner wird Kathrin Müller-Hohenstein die deutschen Spiele bei der WM 2010 im ZDF moderieren - zusammen mit Oliver Kahn.

Von Christopher Keil

Es war ein für die Fernsehfußballgemeinde denkwürdiger Satz, den Nikolaus Brender in die Welt setzte: Es müsse "ein Lattenkracher" her, und Brender, Chefredakteur des ZDF, meinte damit vor mehr als drei Jahren die Besetzung einer neuen Moderationskraft für das Aktuelle Sportstudio. Der Lattenkracher ist dann Katrin Müller-Hohenstein geworden, die im Hörfunk von sich reden machte bei Antenne Bayern in München.

Seit Januar 2006 präsentiert Müller-Hohenstein, 43, im Wechsel mit Wolf-Dieter Poschmann und Michael Steinbrecher auch die Bundesliga an den späten Samstagabenden. Ihr Selbstbewusstsein ist mittlerweile Champions-League-würdig. Im Streit des FC Bayern mit Coach Jürgen Klinsmann zitierte Bild die "Schöne" (ebenfalls Bild) mit der Aussage: "Wenn die Klinsmann rauswerfen, dann bin ich entsetzt."

Im Zweiten kommt so viel gefühlte Meinungsstärke offenbar gut an. Nach SZ-Informationen soll Katrin Müller-Hohenstein im ZDF Johannes B. Kerner als Moderator bei Spielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ersetzen - inklusive WM 2010 in Südafrika. KMH würde die zentrale Funktion im ZDF-Sport von JBK übernehmen und mit dem Experten Oliver Kahn ein neues Analysedoppel bilden.

Kerner wird wohl schon Anfang Juni seine Aktivitäten für die Sportredaktion des Zweiten still legen, von Oktober an wird er dann als Chefmoderator Fußball für Sat1 tätig (Champions League, Euro League), außerdem soll er für das Bundesliga-Angebot der Telekom (T-Entertain/IP-TV) als Anchorman Kunden ansprechen und binden. Bei Sat1 wird ihm Franz Beckenbauer an die Seite gestellt, in dieser Besetzung waren beide vor Jahren für das ZDF zu sehen. Die Telekom sucht noch einen namhaften Experten für ihr Bundesliga-Live-Produkt.

Dass sich das ZDF für eine interne Lösung entschied, überrascht nicht. Sportchef Dieter Gruschwitz hat es in vielen Fällen so gehandhabt. Gruschwitz erfand außerdem das Experten-Tandem Jürgen Klopp, Urs Meier und nun also das Paar Müller-Hohenstein, Kahn.