Maxim Biller über seinen Vater Vor der Flucht

Wenn der Sohn aufsteht, sitzt der Vater meistens schon am Schreibtisch.

(Foto: Illustration: Roman Muradov)

Maxim Biller findet, dass er nur fiktional über seinen Vater schreiben kann. Eine Kurzgeschichte.

Von Maxim Biller für das SZ-Magazin

An einem heißen, viel zu heißen Tag im Mai 1965 stand mein Vater noch früher auf als sonst. Er hatte bis nachts um vier gearbeitet - Schwejk, jetzt schon der letzte Teil, der ihm nicht mehr so gut gefiel wie die ersten drei -, und dann hatte er zwei Acylpyrin genommen und sich mit schrecklichen Kopfschmerzen auf die schöne neue West-Couch im Arbeitszimmer gelegt, um uns drei im anderen Zimmer nicht zu wecken. Als er zwei Stunden später aufwachte, dachte ...