Malerei-Ausstellung in BerlinChihuahua des Todes

Einem Mann fällt das Gesicht aus dem Gesicht, ein anderer lässt sich unschön von innen betrachten, eine Künstlerin lässt sich zerfleischen: Die Ausstellung "Malerei am Rand der Wirklichkeit" zeigt Fantastisches, Groteskes, aber auch Pittoreskes.

Von Ruth Schneeberger, Berlin

Einem Mann fällt das Gesicht aus dem Gesicht, ein anderer lässt sich unschön von innen betrachten, eine Künstlerin lässt sich zerfleischen: Die Ausstellung "Malerei am Rand der Wirklichkeit" in Berlin zeigt aber auch Pittoreskes.

Da hat sich aber jemand ein Süppchen eingebrockt: Der Mann auf dem Bild scheint aus seinem Gesicht zu löffeln. Eine Folge des Gesichtsverlusts eines gepflegten jungen Mannes in gestärktem Hemd - oder doch nur ein böser Traum? Und wenn ja, für wen? Eckart Hahn (Jahrgang 1971) aus Reutlingen, der das an Magritte erinnernde Bild gemalt hat, hält den Betrachter bewusst auf Abstand mit der Blaupause im Gesicht des Porträtierten.

Auch seine anderen Bilder in der Ausstellung "Die halluzinierte Welt - Malerei am Rand der Wirklichkeit" im Haus am Lützowplatz in Berlin erzählen Geschichten aus Traumwelten: Eine Köchin geht in Flammen auf, ein Herd versenkt Töpfe. Die präzise, geradezu altmeisterliche malerische Form steht in starkem Gegensatz zu den verwirrenden Bildinhalten - und bekräftigt sie dadurch noch. Am Ende ist der Besucher verwirrt. Und das soll auch so sein.

Bild: Eckart Hahn/Abend, 2011/Sammlung Akselrad, Courtesy WAGNER + PARTNER, Berlin 14. April 2014, 12:062014-04-14 12:06:20 © SZ.de/rus/mkoh/bavo