Los Angeles Hollywood-Legende Ernest Borgnine ist tot

Von "Verdammt in alle Ewigkeit" bis "Airwolf": Der vor allem aus Western und Kriegsfilmen bekannte amerikanische Schauspieler Ernest Borgnine ist tot. Bis zuletzt war der 95-Jährige auf der Leinwand und im Fernsehen präsent - auch bei Spongebob Schwammkopf.

Die US-Schauspielerlegende Ernest Borgnine ist tot. Der Oscarpreisträger sei am Sonntag im Alter von 95 Jahren im Kreise seiner Frau und seiner Kinder in einem Krankenhaus in Los Angeles an Nierenversagen gestorben, sagte der langjährige Sprecher des Schauspielers, Harry Flynn, der Nachrichtenagentur AP.

Borgnine sei "nie in Rente gegangen von der Kunst, die er liebte", heißt es in einer Erklärung der Familie, die die Los Angeles Times abdruckte. Er habe sich "exzellenter Gesundheit erfreut bis zu der kürzlichen Krankheit". Angeblich starb er an Nierenversagen. Alle seien schockiert über seinen Tod, freuten sich aber über den Zuspruch: "Mr. Borgnines Familie ist tief berührt von der Liebe und der Unterstützung der vielen Freunde, Mitarbeiter und Fans auf der ganzen Welt." Der Schauspieler war am Dienstag zu einer Routineuntersuchung ins Krankenhaus gekommen und hatte noch gescherzt, das sei seine "95.000-Meilen-Inspektion".

Borgnine (Ermes Effron Borgnino) wuchs als Sohn italienischer Einwanderer im US-Bundesstaat Connecticut auf. Bevor er zum Film kam, diente er zehn Jahre lang in der US Navy, im Zweiten Weltkrieg an Bord der USS Lamberton im Pazifik. Sein Durchbruch war dann 1953 die Rolle eines Marinesoldaten: Sergeant "Fatso" Judson in dem Pearl-Harbor-Drama "Verdammt in alle Ewigkeit". In Kriegsfilmen spielte er seine wichtigsten Rollen, aber auch in Western und anderen Filmen. Den Oscar als bester Schauspieler bekam er für die Darstellung des einfachen, rührend gutmütigen Fleischergesellen in "Marty" (1955).

Sprecher in "Spongebob Schwammkopf"

In rund 140 Filmen wirkte "Hollywoods charismatischer Nebendarsteller" mit. Zusammen mit seinen zahlreichen Fernsehauftritten übernahm er insgesamt etwa 200 Rollen. Große Popularität erreichte er im amerikanischen Fernsehen mit der Verkörperung des Quinton McHale in der beliebten Serie "McHale's Navy" und in der Actionserie "Airwolf". Und auch die Jüngsten haben von Borgnine zumindest gehört: In der Originalversion der Trickfilmserie "Spongebob Schwammkopf" sprach er den dicken "Mermaid Man".

Einen seiner letzten Auftritte hatte Borgnine Anfang des Jahres: Zum 100. Geburtstag des Filmstudios Paramount posierte er mit Dutzenden anderen Hollywoodstars für ein Foto. Er war dabei der zweitälteste nach dem sieben Wochen älteren Kirk Douglas. Später hatte Borgnine sogar noch eine Premiere. Beim Newport Beach Film Festival in Kalifornien im April wurde "The Man Who Shook the Hand of Vicente Fernandez" gezeigt. Es war der letzte Film, in dem Borgnine mitspielte.

"Der Oscar hat mich zum Star gemacht und dafür bin ich dankbar", sagte Borgnine in einem Interview 1966. Doch wenn er die Auszeichnung nicht erhalten hätte, wäre sein Privatleben nicht so sehr drunter und drüber gegangen, erklärte er damals. Nach vier gescheiterten Ehen heiratete der Schauspieler 1973 zum fünften und letzten Mal. Die Ehe mit der norwegisch-stämmigen Tova Traesnaes erwies sich als dauerhaft. 2007, als die beiden 34 Jahre lang verheiratet waren, sagte Borgnine, das sei länger gewesen als alle seine vorherigen Ehen zusammen.