Lady Gaga und der Aprilscherz Wir sind gaga

Haben Sie gestern unsere Reportage gelesen? Und vielleicht sogar geglaubt? Wir können Sie beruhigen: Lady Gaga wird doch keine Uni-Dozentin in München.

Okay, es wäre in der Tat eine Meldung wert gewesen. Die durchgeknallte Lady Gaga soll eine Dozentenstelle für populäre Musik an der Uni München bekommen. Die Idee hat uns so gut gefallen, dass wir sie gleich aufgeschrieben haben - und für eine Reportage mit der Lady durch die Münchner Clubs gezogen sind.

Leider ist das alles gelogen, kein Wort davon wahr. Oder Gott sei Dank, wie man es eben nimmt. Wir müssen uns jetzt nicht ausführlicher dem weiten und sehr aktuellen Feld des Borderline-Journalismus widmen, gar die Plagiatsdebatte neu entfachen - wir wollten Ihnen nur mitteilen: Gestern war der 1. April und zumindest ein paar von Ihnen sind darauf reingefallen. Danke!

Zum Beispiel ein naher Anverwandter einer der beiden Reporterinnen schrieb eine beeindruckte Mail mit der neidischen Frage, wann wir denn mit Lady Gaga um die Häuser gezogen seien. Auch der Kollege im Nachbarbüro wollte gleich ihre Telefonnummer haben.

Aber Sie, viele unserer User, sind natürlich viel zu ausgebufft. Leider diesmal nicht als erster Kommentator, aber wie immer die Nase vorne hatte ein spezieller Fan: User "Rhinelander" wusste schon ein paar Minuten nach Erscheinen des Textes Bescheid - fünf Sekunden schneller, und er wäre wieder der erste gewesen.

Der allererste Kommentator, "runedance", erinnerte sich gar, dass er im Vorjahr von uns mit Tom Cruise in den April geschickt worden war. Ein anderer, "UniProff", ist uns auf die Schliche gekommen, weil es ein echtes Nachtleben in München natürlich gar nicht gebe. Dem wollen wir nur höchst zaghaft widersprechen.

Für alle, denen die Story von Anfang an zu gaga vorkam, hat User Grillikioski unsere Geschichte mit nur zwei Wörtern schön zusammengefasst: april gaga . User "jammerhammer" dagegen hätte uns tatsächlich alles geglaubt - wenn er nicht die schlauen Userkommentare gelesen hätte.

Es gab eben auch User, denen die Geschichte so spanisch gar nicht vorgekommen war, "elliott27" schrieb zum Beispiel:

...diese Nachricht könnte genauso gut wahr sein, oder? Schließlich wurde und wird diese langweilige ach-so-provokante Tusnelda ja auch im SZ-Feuilleton immer wieder mit wohlwollenden Artikeln bedacht. Da liegt es doch gar nicht so fern, dass man deren offensichtlich so wegweisenden Talente auch institutionell nutzt - wundern täte mich das zumindest überhaupt nicht...

Und weil es eben immer wieder Geschichten gibt, die zu schön sind, um nicht wahr zu sein, werden wir Sie auch im nächsten Jahr wieder beehren mit einer gnadenlos erfundenen Geschichte - und wir werden sie wieder genauso leibhaftig miterleben wie in diesem Jahr.