Von Hans-Jürgen Jakobs

Das Unglück der Prinzessin - neu vermarktet: Die halbe Welt hat mittlerweile die Verfilmung von Lady Dianas "wahrer Geschichte" gesehen. Nun bekommt der Royal-Rummel auch in Deutschland neuen Stoff.

Dies ist die Geschichte eines deutschen TV-Produzenten und seines 6,5-Millionen-Dollar-Films über Lady Diana, der in immerhin 56 Ländern lief - und es bislang doch nie ins deutsche Fernsehen brachte. In Australien war "The Biographer: The Secret Life of Princess Di" das TV-Movie der Woche, in den USA gewann das Network CBS damit viel Publikum zur besten Sendezeit.

Anfang einer Medienkarriere. (© Foto: dpa)

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Die Hoffnung, das 90-Minuten-Werk in Deutschland zeigen zu können, hatte Produzent Christian Seidel schon fast aufgegeben. Nun aber, zum 10. Todestag von Lady Diana, ist es doch soweit: Ausgerechnet der Nachrichten- und Dokumentationssender N24 zeigt am 25. August "Diana: Meine Geschichte". Die Muttergesellschaft ProSiebenSat.1 Media kündigt das TV-Movie als Attraktion an.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der britische Journalist Andrew Morton, der den Bestseller "Diana: Her True Story" geschrieben hat. Der Autor schildert die Wandlung von einer "happy princess" zur "sad princess". Mit Diana hatte Morton nie persönlich gesprochen; die schöne Dame vom Hofe klagte ihr Seelenleid vielmehr auf sechs Audio-Kassetten, die sie ihren Leibarzt übermitteln ließ.

So wird nun die Stimme des langjährigen blonden Engels der Mediengesellschaft mal hysterisch lachend, mal sanft-depressiv auf N24 zu hören sein. Es ist der Hilferuf einer unglücklichen Frau, die an einem herzlosen Mann und dessen Liebe zu einer anderen leidet. "I want you to help me, will you do that for me?", fragt Lady Diana aus dem Off.

Sie schildert auch, wie unglücklich sie mit dem Image der sanften Märchenprinzessin ist, das Journale und Sender weltweit vermarkteten. "Ich wollte jemand anderes sein", sagt sie, "ich war in der falschen Show". Im Film ist das Gesicht von Lady Di nie zu sehen; nur auf ihre schönen Beine und ihren Rücken blickt der Zuschauer - und auf ihre nervösen Hände, die irgendwelche Stofftiere kneten.

Ihre Stimme ist in diesem Fall genug - und der Lady-Di-Rummel hat in Deutschland neuen Stoff.

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(sueddeutsche.de)