Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Wider den Porno-Hokuspokus

Magier wie Steve Carell liefern ein leidenschaftliches Plädoyer für klassisches Abrakadabra. Die "Beautiful Creatures" um Jeremy Irons wirken im feurig-romantischen Ambiente lebendiger als "Twilight"-Vampire und hübsche Studentinnen werden on- und offline von Dämonen gemeuchelt.

Von den SZ-Kritikern.

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Seele"

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(Foto: dpa)

Die Filmstarts vom 4. April auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme. "Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Seele" Eine weitere mystische Teenager-Love-Serie, nach den Büchern von Kami Garcia and Margaret Stohl, Regie Richard LaGravenese. Ein Städtchen in South Carolina, in dem eine Magier-und-Hexen-Sippe, süffisant geführt von Jeremy Irons, sich gegenseitig befehdet und den Menschen mehr oder weniger übel mitspielt. Sehr viel lebendiger als "Twilight", die Kids sind in ihrer Rebellion inspiriert von Burroughs und Vonnegut, und über allem der feurig-romantische Schatten des Bürgerkriegs. Fritz Göttler Die ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier. Im Bild: Jeremy Irons als Macon Ravenwood

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"Dead Man Down"

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(Foto: dpa)

Mit seiner Millennium-Trilogie-Verfilmung hat sich wie derzeit so viele Skandinavier auch der Däne Nils Arden Oplev der amerikanischen Filmindustrie empfohlen. Doch sein US-Debüt ist ein unausgegorener Bastard aus europäischem Arthaus und New Yorker Hexenkessel, aus Rachethriller und Romanze. Colin Farrell und Noomi Rapace spielen zwei versehrte Seelen auf einem vertrackten Rachefeldzug durch die New Yorker Drogen- und Immobilien-Mafia, als taube Mutter mit Tupperware-Faible würzt Isabel Huppert den unausgegorenen Mix mit exzentrischer Komik. Anke Sterneborg Die SZ-Videorezension "Zoom - Die Kinopremiere" sehen Sie hier. Im Bild: Colin Farrell als Victor und Noomi Rapace als Beatrice

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"An Enemy To Die For"

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(Foto: N/A)

Eine internationale Wissenschafts-Expedition in die Arktis im Jahr 1939. Zu beweisen ist die Existenz von "Pangaea", also die Theorie, dass alle Kontinente der Erde ursprünglich verbunden waren. Aber - Sinnbild, Sinnbild - der Zweite Weltkrieg bricht aus und alle Beteiligten gehen einander an die Kehle, als wären sie feindliche Aliens. Oder sie knutschen. Nebenbei stellt sich heraus, dass Deutsche, Schweden und Norweger sich im Krieg eigentlich total gut verhalten haben, weil die schlimmsten Nazis ja bekanntlich Engländer waren. Und Russen. Ein englischer Titel, ein schwedischer Regisseur, Koproduktion mit Skandinavien: Trotzdem ist "An Enemy to Die For" der seifigste deutsche Degeto-Mist. Jan Füchtjohann

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"Ein freudiges Ereignis"

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(Foto: dpa)

Als Barbara (Louise Bourgoin) schwanger wird, raunt ihr Doktorvater etwas von Kafka und "Die Verwandlung". Ungefähr ein Jahr später dämmert ihr, dass da etwas dran sein könnte. Wie die meisten halbwegs realistischen Filme übers Kinderkriegen ist auch Remi Bezançons Romanverfilmung zwar ganz lustig - aber keine Empfehlung, Kinder zu kriegen. Susan Vahabzadeh Die ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier. Im Bild: Pio Marmaï als Nicolas und Louise Bourgoin als Barbara mit ihrem Kind

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"The Incredible Burt Wonderstone"

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(Foto: dpa)

Die Zauberlehrlinge Steve Carell und Steve Buscemi müssen gegen den Porno-Hokuspokus von Jim Carrey antreten - ein wildes Gefecht im Showbiz-Zirkus von Las Vegas, ein leidenschaftliches Plädoyer für klassisches Abrakadabra. Wie es sich für eine echte Magier-Comedy gehört, achtet Regisseur Don Scardino streng darauf, dass mit der Magie nicht zu scherzen ist, und lässt sogar das Publikum verschwinden. David Steinitz Die ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier. Im Bild: Steve Carell als Burt Wonderstone

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"Oslo, 31. August"

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(Foto: N/A)

Die Taschen voller Steine, einen besonders schweren in den Armen, so steigt Anders entschlossen in den See -  bleibt dann aber doch nicht unten,  kommt prustend wieder hoch.  Sein Entschluss  jedoch ist gefasst, dies soll der letzte Tag seines Lebens werden, und er wird ihn in der Stadt verbringen. Eine schöne stille Studie der Selbstmordmelancholie, ganz gelassen, völlig unsentimental, dank der Regie von Joachim Trier und dem Spiel von Anders Danielsen Lie als Ex-Junkie Anders. Die Wirklichkeit der Stadt Oslo stößt zusammen mit existentialistischer Müdigkeit - die Inspiration lieferte ein Roman der Dreißiger, Feu Follet, den schon Louis Malle in den Sechzigern verfilmt hatte. Fritz Göttler

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"Sadako 3D"

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(Foto: Kinostar Filmverleih GmbH)

In "The Ring" war es ein geheimnisvoller Telefonanruf gewesen, der den Tod brachte, nunmehr ist es ein Videoclip. Regisseur Tsutomu Hanabusa hat mit "Sadako" das Original in 3D fortgesetzt, mit Ishihara Satomi, Koji Seto und Yusuke Yamamoto in den Hauptrollen. Der Film hat einige gute Effekte - schade nur, dass der Zuschauer viel zu früh sieht, was auch die Opfer gesehen haben. Burkhard Müller

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche

"Zimmer 205"

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(Foto: dpa)

Studentin muss sich on- wie offline gegen Wohnheim-Dämonen wehren. Der Mix aus klassischem Teen-Horror und Sozialnetzwerk-Schrecken hätte durchaus seinen Reiz, wenn Rainer Matsutani die Lebenswelt seiner Protagonisten etwas ernster genommen hätte: Welcher Student latscht heute noch in die Uni, um im Vorlesungsverzeichnis zu blättern? Aber die gemeuchelten Mädchen sind hübsch. David Steinitz Im Bild: Jennifer Ulrich als Katrin (Mitte) und Mitstudenten

© SZ vom 04.04.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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