Kunstmesse Ausgewählt

Die Art Salzburg hat sich gemausert: Jetzt gibt es nicht nur einen Skulpturengarten. Die Händler haben die Kojen verlassen und laden in einen kuratierten Kunstsalon in dem alte Kunst und Zeitgenössisches sich begegnen.

Von Dorothea Baumer

Kunst auf Festspielniveau - mit diesem Anspruch trat, erstmals im vergangenen Jahr, eine Händlergruppe um den Salzburger Galeristen Thomas Salis an, um mit der Art Salzburg ein Kleinstmesseformat zu realisieren, was auf Anhieb überzeugte. Nun, mit der zweiten Ausgabe, nennt man sich Kunstsalon, lässt Erwartungen an eine in Kojen sortierte Offerte gar nicht erst aufkommen, bevorzugt vielmehr die freie Form einer kuratierten Ausstellung mit den ausgewählten Exponaten von sechs österreichischen Spitzenhändlern (mit eingeschlossen ist ein deutscher Gast, die Düsseldorfer Galerie Beck & Eggeling). Schauplatz ist die Sala Terrena, der sonst verschlossene Prunksaal der Salzburger Universität. Renaissance-Fresken bilden hier den Rahmen, in dem sich die hochkarätigen Werke der Moderne und der zeitgenössischen Kunst behaupten: eine "Tête de femme" von Pablo Picasso aus dem Jahr 1943 (Salis) neben einem reifen Maria Lassnig-Ölgemälde aus den Neunzigerjahren mit dem Titel "Eingebettet-Ausgeschlossen" (Konzett). Daneben: Eine Ernst Ludwig Kirchner-Zeichnung von 1910 (Wienerroither & Kohlbacher) und eine fünfzig Jahre jüngere Dennis Hopper-Fotografie (Faber), eine Arnulf Rainer-Übermalung (Ruberl) im Schatten eines Wandobjekts des deutschen Zero-Künstlers Heinz Mack (Beck & Eggeling). Es ist ein Panorama der Highlights, wie es in dieser Dichte in Salzburg noch nicht zu sehen war. Ein weiterer Gewinn, auf Salzburg-Touristen schon jetzt von höchst anziehender Wirkung, ist der neu hinzugekommene, direkt angrenzende Hof Dietrichsruh, der von den Initiatoren in einen anregenden Skulpturengarten verwandelt wurde. Dort kann ein beachtliches Stilspektrum historischer, figürlicher und abstrakter Formen erkundet werden; von Bronzen des Meisters impressionistischer Plastik, Auguste Rodin, bis zu Zeitgenössischem, wie Tony Craggs elegant aufgespreizter Edelstahlskulptur "Distant Cousin", die Ropac aufstellen ließ.

Wie ambitioniert sich der Kunstsalon Art Salzburg in diesem Jahr präsentiert, verrät darüber hinaus eine Ausstellung, die das Händler-Team in den Foyers des Festspielhauses entlang der Chiffren Traum und Wirklichkeit eingerichtet hat, mit überraschenden Akzenten vor allem auf Surrealismus und aktionistischer Kunst.

Kunstsalon Art Salzburg. Bis 28. August. Festpielausstellung bis 31. August. www.artsalzburg.net