Kunst Maler Arno Rink ist tot

Der Maler Arno Rink 2015 in seinem Atelier in Leipzig.

(Foto: dpa)

Er galt als "Malermacher" und Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule. Rink wurde 76 Jahre alt.

Wie das Museum der bildenden Künste in Leipzig am Mittwoch mitteilte, ist der Maler Arno Rink am Dienstag im Alter von 76 Jahren gestorben. Er war einer der wichtigsten Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule. Noch vergangene Woche habe Arno Rink in seinem Atelier gemalt, sagt seine Witwe Christine Rink - trotz der schweren Krebserkrankung, an der er schon lange litt. Sein letztes Werk bleibt unvollendet.

Arno Rink wurde am 26. September 1940 im thüringischen Schlotheim geboren. 1962 wurde er an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig aufgenommen. Dort studierte er bis 1967 bei Werner Tübke und Bernhard Heisig.

Ende der Sechzigerjahre arbeitete Rink als freischaffender Künstler in Leipzig. 1972 wurde er Lehrer an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig, von 1979 an als Professor. Von 1987 bis 1994 führte er als Rektor die Hochschule und blieb - auch wegen seines engagierten und energischen Handelns gegenüber den marxistisch-leninistischen Professoren - als einziger Rektor an einer ostdeutschen Kunsthochschule auch nach dem Ende der DDR im Amt. 1990 wurde er sogar wiedergewählt.

Zu seinen erfolgreichen Schülern, denen Kunstkritik und Kunstmarkt bald mehr Beachtung schenken sollten als Rink selbst, gehörten Neo Rauch, Tim Eitel, Michael Triegel, Christoph Ruckhäberle, Miriam Vlaming, Katrin Heichel, Franziska Holstein und Claudia Rößger. Neo Rauch übernahm nach Rinks Emeritierung im Jahr 2005 auch für eine Weile dessen Professur.

Rinks große handwerkliche Präzision sowie seine technische Vielseitigkeit in der Zeichnung mit Kugelschreiber, Gouache, Tusche, Bleistift und Kreide oder der Malerei in Öl heben ihn als prominenten Vertreter der figurativen Malerei der Leipziger Schule heraus. Er nahm sich Zeit für seine Bilder, an manchen arbeitete er bis zu sieben Jahre lang. Auch deshalb sind in den 50 Jahren seines Schaffens nur etwas mehr als 200 Gemälde entstanden.

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Zuletzt hatte Rink an einer neuen Fassung des Gemäldes "Italienische Begegnung" von 1978 gearbeitet. "Das ist ihm leider nicht mehr gelungen, sie bleibt unvollendet", sagte seine Witwe. Das Paar hatte sich an der Hochschule kennengelernt, war 50 Jahre verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter sowie drei Enkelkinder. Rink soll seine letzte Ruhe auf dem Leipziger Südfriedhof finden.