Kunst Helfersyndrom

Als symbolisches Aufbegehren gegen die Staatsmacht inszeniert: Gräber vor dem Reichstagsgebäude. Eine Aktion des Zentrums für politische Schönheit.

(Foto: Regina Schmeken)

Flüchtlingsorganisationen fühlen sich vereinnahmt von Künstlern, die mit ihrem Elend Projekte machen wollen, um groß herauszukommen. Hilfreich dagegen finden sie eine andere Art von kultureller Einmischung.

Von Jörg Heiser

Kürzlich veröffentlichte die australische Flüchtlingsorganisation "Rise" ein Manifest auf ihrer Website. Das in Melbourne ansässige Hilfswerk macht, was ähnliche Gruppen derzeit in Wien oder Berlin tun: ankommenden Asylsuchenden Akuthilfe und Rechtsbeistand leisten. Rise wird von Flüchtlingen getragen. Auf der Website listen sie zehn Punkte auf, die an "die enorme Zahl" von Künstlern gerichtet sind, die an die Organisation herantreten, "um Teilnehmer für ihre nächsten Projekte zu finden".

Erster Punkt: "Prozess, nicht Produkt: Wir sind kein Rohstoff, der in dein nächstes ...