Wie sich die neuen Szenen einfügen in das qualitativ bessere bisher existierende Material, und was sie bedeuten, wird man kommenden Freitag sehen: Die Figur des Schmalen, verkörpert vom sinistren Fritz Rasp, käme wieder zu ihrem Recht in der Geschichte, die Beziehungen zwischen den Charakteren seien detaillierter und verständlicher, heißt es über die neue Fassung.
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Der Zustand der Kopie, die Paula Félix-Didier zu Tage förderte, war nicht sehr vielversprechend. Die Sammlung Peña Rodriguez bestand überwiegend aus Nitrokopien, und da der Nationale Kunstfonds, der das Erbe zunächst verwaltete, diese Kopien gar nicht lagern konnte, wurden 16 mm-Negative hergestellt, weil kaum Geld da war - und das von einer Kopien, die damals auch schon fast siebzig Jahre alt war und deutliche Gebrauchsspuren trug, die also alle mitkopiert wurden.
Mehrfach umgezogen
Die Dosen mit dem 16 mm-Negativ von "Metropolis", das Paula Félix-Didier schließlich fand, hatten wiederum ein bewegtes Leben hinter sich, waren in Buenos Aires mehrfach umgezogen. Das Material, sagt der Restaurator Martin Koerber von der Deutschen Kinemathek in Demenoks Film, "war wohl das schlechteste, das ich je gesehen habe".
Die Restaurierung ist mit modernsten Mitteln gemacht worden. Man bearbeitet Bilder heute digital, der Film wird gescannt und dann am Computerbildschirm retuschiert, fehlende Stellen werden wiederhergestellt, Unebenheiten und Kratzer geglättet, so gut es eben möglich ist - immer noch Bild für Bild, eine Heidenarbeit, aber doch weniger aufwendig als das Bearbeiten jedes einzelnen Bildes auf einem Filmstreifen. Und es ist auch digital keineswegs möglich, einfach ein Bild in der Qualität des Originals zu generieren - vielleicht ist es auch nicht mal wünschenswert.
Im Fall der 25 Minuten "Metropolis", die in Buenos Aires gefunden wurden, waren herkömmliche Methoden sinnlos, weil es sich um die Kopie einer beschädigten Kopie handelt - die Münchner Firma Alpha Omega, für die technische Seite der Restaurierung ausgewählt, musste neue Software für die Bearbeitung entwickeln.
Zusammenführung im Computer
An welchen Stellen das neue Material eingefügt wurde - federführend bei der Restaurierung war Anke Wilkening von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, zusammen mit Koerber, der schon bei der letzten Restaurierung dabei war, und Frank Strobel von der Europäischen Filmphilharmonie -, das entschied sich überwiegend anhand der Partitur zu Gottfried Huppertz' Originalmusik, er hatte sich viele Notizen zu den Einstellungen gemacht.
Die unter weißen Flecken verschwundenen Bilder, die fehlenden Teile, der von der Musik aufgenommene Rhythmus haben im Computer nach 83 Jahren wieder zueinander gefunden - eine Idee, die nicht einmal Fritz Lang gekommen wäre, dem düsteren Visionär.
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(SZ vom 06.02.2010/mikö)
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Der Film wird Freitag ab 20.40 auf arte gezeigt!