Nach Michael Jacksons Tod müssen sich die Konzertveranstalter auf die Erstattung Hunderttausender Konzertkarten einstellen - ein Verlust von mehr als 300 Millionen Euro.
Nach dem Tod von Michael Jackson muss der Konzertveranstalter AEG Live bald über eine Erstattung der Tickets für die in London geplante Comeback-Tour des Musikers entscheiden. Über die Rückzahlung werde die Gesellschaft "Anfang nächster Woche" informieren, teilte AEG Live am Samstag in London mit.
Michael Jackson auf der Bühne: Auf mehr als 350 Millionen Euro schätzen Branchenkenner den Verlust der Konzertkarten. (© Foto: dpa)
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Nach Informationen britischer Medien könnte die Absage der Tournee für den Veranstalter teuer werden: Demnach waren nur 23 Konzerte versichert. Während die Versicherungen 50 Millionen Pfund (59 Millionen Euro) abdecken, beläuft sich der Verlust nach Einschätzung von Branchenkennern auf 300 Millionen Pfund (353 Millionen Euro), wie die britische Zeitung The Times berichtet.
Für die 50 Auftritte des "King of Pop" waren im März schon wenige Stunden nach Beginn des Vorverkaufs 900.000 Karten weggegangen. Die Preise reichten dabei von 50 bis 75 Pfund (59 bis 88 Euro) für ein einfaches Ticket und bis zu 770 Pfund (905 Euro) für eine VIP-Karte.
Die Internet-Vorverkaufsstellen Seatwave und Viagogo kündigten bereits an, alle Konzertkarten zu erstatten. Am Samstag gab auch das Internet-Auktionshaus Ebay bekannt, alle Tickets zurückzunehmen. Es wären Jacksons erste Konzerte seit rund zwölf Jahren gewesen.
In Deutschland haben indes am Wochenende Michael-Jackson-Fans die Plattenläden gestürmt. Auch im Internet bestellten Anhänger die Alben des Megastars oder luden Downloads auf ihre Computer. "Seit gestern ist die Nachfrage nach Jackson-Alben enorm gestiegen. Europaweit, ja weltweit ist die Nachfrage enorm. In dem einen oder anderen Saturn- und Media-Markt sind die Platten bereits ausverkauft. Wir bestellen nach, dort wo es nötig ist. Da ist die Plattenfirma jetzt gefragt", sagte eine Sprecherin der Media-Saturn- Unternehmensgruppe.
In Köln und Düsseldorf nahmen die Fans, was sie kriegen konnten: "Ein Kunde hat verlangt, dass wir ihm alles einpacken, was wir da haben", sagte ein Verkäufer vom Elektromarkt Saturn an der Düsseldorfer Königsallee. Das Lager sei komplett leer. Nachschub erwarte man zu Wochenbeginn. Auch in einem Kölner Media-Markt kam es nach der Nachricht vom Tod des "King of Pop" zu einem Ansturm auf seine Tonträger. "Wir sind ausverkauft. Vielen Leuten war nicht wichtig, was sie kriegen, sondern dass sie etwas kriegen", sagte ein Mitarbeiter.
Ein ähnliches Bild gab es auch in Thüringen und Mecklenburg- Vorpommern. "Es ist auf einmal alles rausgegangen", sagte ein Verkäufer im Schweriner Schlosspark-Center. Im Rostocker Elektromarkt Saturn war lediglich noch eine DVD des Albums "Bad" zu haben. Im Neubrandenburger Media-Markt spielte die letzte vorrätige CD für die Kunden über Lautsprecher. "Auch wenn sein Tod nicht schön ist, für uns ist es schön", kommentierte ein Verkäufer den Run auf die CD-Stapel.
Auch im Saturn-Markt in einem Erfurter Einkaufszentrum waren Michael-Jackson-CDs ausverkauft. Vergleichbares habe es zuletzt nur nach dem Tod von Prinzessin Diana 1997 gegeben, der Elton John seinen Song "Candle In The Wind" widmete. "In den letzten sechs, sieben Monaten lag Michael Jackson stapelweise rum und keiner wollte ihn", sagte ein Verkäufer in einem Media-Markt in Zella-Mehlis und sprach von "nie dagewesenem Umsatz".
In großen Geschäften in Brandenburg waren Jacksons Werke ebenfalls binnen kurzer Zeit ausverkauft. "Wir haben keine einzige CD mehr", sagte ein Verkäufer im Potsdamer Stern-Center. Der Bestand sei schnell vergriffen gewesen, zahlreiche Kunden hätten vergeblich nachgefragt. "Heulkrämpfe gab es aber zum Glück nicht."
Auch im Internet brummte das Geschäft: Beim deutschen Ableger des Online-Händlers Amazon belegte Jackson bei den Musik- Bestsellern gleich die ersten zehn Plätze. Bei den reinen Downloadanbietern iTunes und musicload in Deutschland stand der "King of Pop" ebenfalls an der Spitze und war mehrfach unter den Top Ten vertreten.
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(AFP/dpa/AP/vw//cag)
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