Konzert von Madsen bei "on tape" Volldampf im Partykeller

Alles auf Anfang: Für ihr fünftes Album lassen Madsen ihre Pop-Phase hinter sich und wenden sich wieder einer härteren Gangart zu. Dazu wird bei den Indie-Rockern geschrien, was die Stimmbänder hergeben. Zu sehen bei Süddeutsche.de in der Aufzeichnung ihres "on tape"-Auftritts in Berlin vom 1. November.

Von Vanessa Steinmetz

Madsen

Stream: Zum Starten auf das Bild klicken! "on tape" ist eine Koproduktion von tape.tv mit ZDF.Kultur

Madsen im Radio zu hören ist eigentlich blöd. Nicht weil Songs wie "Die Perfektion" oder "Lass die Musik an" nicht auch durch die Lautsprecher knallen. Sondern weil die Indie-Rockgruppe um drei Brüder aus dem Wendland einfach eine Live-Band ist. "Wer uns nur von Platte kennt, dem fehlt ein Schlüsselelement von Madsen", sagen die Musiker selbst. Was ihre Auftritte auszeichnet? "Maximale Spielfreude".

Für ihre aktuelle, fünfte Platte setzen Madsen (alias Sebastian, Johannes und Sascha Madsen plus Niko Maurer) nochmal alles auf Anfang. Auf "Wo es beginnt" lässt das Quartett seine Pop-Phase hinter sich und wendet sich wieder einer härteren Gangart zu. E-Gitarre und Schrei-Passagen sind auf der Platte dominant - vor allem das melodische Gebrüll von Frontmann Sebastian ist ein weiteres Schlüsselelement des Madsen-Sounds.

Zwar kann der musikalische Streifzug durch Pop, Rock und Punk bei den Vieren auch leise und nachdenklich ausfallen, aber alles in allem ist "Wo es beginnt" deutlich punkiger geworden als der Vorgänger "Labyrinth" von 2010. "Wenn ein Rebell in dir haust/dann halt ihn bitte nicht auf./Wenn sich Druck aufstaut/dann lass es raus" fordert Frontmann Sebastian in "Lass es raus" - und genau das tut er auch, spätestens bei "Generation im Arsch", einem Wutsong, passend zum aufgestauten Frust der sogenannten Generation Praktikum.

Ihren Durchbruch feiert die Band 2005 mit dem Song "Die Perfektion" ihres Debütalbums "Madsen". In den Jahren darauf folgen weitere Alben und Hunderte Live-Auftritte. Seit den neunziger Jahren machen die Brüder schon Musik zusammen, 2004 kommen sie bei Universal unter Vertrag. Noch immer - acht Jahre später - gelten sie als die Jungs vom Dorf. Genau dorthin zieht es sie auch für "Wo es beginnt" zurück, um die neue Platte in Eigenregie zu produzieren.

Das Ergebnis können Sie sich am Donnerstag, 1. November, ab 18 Uhr bei der Videopremiere und ab 21 Uhr beim "on tape"-Livestream bei Süddeutsche.de ansehen. Ein sehr unmittelbares Live-Erlebnis soll der Gig in Berlin-Weißensee vor 200 Zuhörern werden, versprechen Johannes und Sebastian, in einer schönen Rock'n'Roll-Kelleratmosphäre - fast so, als würde man auf der Party eines Kumpels spielen.

Stream: Zum Starten oben auf das Bild klicken! "on tape" ist eine Koproduktion von tape.tv mit ZDF.Kultur