Komposition Klangforschung

Verena Marisa Schmidt und der Tatort 12/16.

(Foto: gangkofner)

Verena Marisa Schmidt und der Tatort 12/16

Zum Abschlusses ihres Studiums wollte die Münchner Komponistin Verena Marisa Schmidt eigentlich ein Vibrafon durch den Milla-Club rollen lassen. Dort fand ihr Master-Konzert statt, und das rollende Instrument habe sich angeboten, denn immerhin verfügt der Raum über eine Abschüssigkeit zur Bühne hin. Die Mikrofonierung hat den Plan dann vereitelt. Doch der Indiepop-Club ist für Schmidt zu einer Art Stamm-Bühne geworden, obwohl die 31-Jährige eher der experimentellen Neuen Musik zugetan ist.

An der Musikhochschule hat sie auch Filmmusik studiert und dann noch den Master in Jazz-Komposition daraufgesetzt. Ausgestattet mit dem musikalischen Wissen aller drei Stile schafft sie nun sehr eigene Musik, die etwa in den Aktivitäten des Münchner Komponisten-Vereins "Adevantgarde" eine passende Heimat gefunden hat. Für dessen Festivals komponierte sie schon 2009 eine Arie für Countertenor, 2015 trat sie beim dessen 13. Ausgabe erneut auf. "Mich interessieren Sounds", sagt sie, Klänge, die man konventionell nicht von den entsprechenden Instrumenten erwarte.

Dass Verena Marisa, die ihre beiden Vorals Künstlernamen benutzt, aber nun schon an ihrer dritten Tatort-Filmmusik schreibt, ist die andere Seite der Deutsch-Brasilianerin, die 2014 mit dem Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet wurde. Viel gelobt wurden auch ihre bestechenden Klänge zum ersten Franken-Tatort "Der Himmel ist ein Platz auf Erden". Gerade schreibt sie an der Vertonung eines Münchner Falls, der im Dezember 2016 ausgestrahlt werden soll. Die Verbindung von avantgardistischem Bestreben und Zugänglichkeit gelingt selten so spielerisch wie bei Verena Marisa, die auch noch Stücke für ihre beiden Bands KlangClaeng und Parasights schreibt, in denen sie selbst Geige und Theremin spielt.