Die Griechen sind pleite und auch noch frech dabei - man muss aber wissen: Ihr Haushaltsdefizit resultiert nur aus Angst vor dem freudlosen spartanischen Leben.
So geht das nicht mehr weiter. Seit Wochen gibt es nur noch schlechte Nachrichten: Die Taliban erstarken, ein Vulkan bricht aus, Sigmar Gabriel redet im Bundestag, die Griechen gehen pleite und sind auch noch frech dabei.
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Im Hollwoodfilm "300" lehnt Gerald Butler als Spartas König Leonidas I. die bedingungslose Kapitulation vor den Persern ab - heutzutage lehnen die Griechen das freudlose Sparta ab. (© Foto: Filmverleih)
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Nun weiß man sowohl als Freund der Spartaner als auch als Leser von Petros Markaris zwar längst, dass es mit den Griechen irgendwann so kommen musste. Kommissar Charitos, der von Markaris erfundene übergewichtige Polizist mit seinem Fiat Mirafiori, kämpft in Athen und anderswo meist gegen das eher zufällige Böse - die korrupten Manager, die Vorgesetzten mit den ausgeprägten Eigeninteressen, die lächelnden Mafiosi, den ganzen griechischen Salat eben. Wer das aktuelle Griechenland verstehen will, der gehe in die Buchhandlung, was ohnehin gut ist, und erstehe mindestens einen von Markaris Romanen. Das ist kein Ratschlag, sondern nahezu eine Anordnung.
Wer aber Griechenland grundsätzlich verstehen will, der denke an Sparta. Diese Stadt war früher, also in der Antike, eine Mischung aus einem überdimensionalen Militärkloster mit Sklavenhaltung und einer preußischen Grundschule, in der ehemalige Feldwebel unterrichten. Sparta schickte sich an, Griechenland zu dominieren, was ihm letztlich, nicht nur Athens wegen, nicht gelang. Im Gegensatz zum klirrenden Sparta lebte Athen im Geist einer polisgewordenen Odenwaldschule mit eigener Flotte. Es praktizierte eine Art von Demokratie, die Erich Honecker, hätte er denn in der Antike gelebt, wohl als interessante Variante einer Ein-Partei-Herrschaft ohne eine einzige Partei empfunden hätte.
Jedenfalls sitzt den Griechen die Angst vor dem freudlosen Sparta bis heute immer noch im Genick. Man weiß ja schon seit Xenophon, der übrigens mit Sparta gegen Athen focht, wohin es führt, wenn man als Grieche zu pflichtbewusst ist, gar mit einer Armee ins Ausland zieht. Man hat nur Ärger und kriegt nicht einmal lauwarmes Bifteki drunten bei den Persern.
Kein Wunder also, dass der Grieche als solcher lieber im Kafenion herumhängt, seine drei durch Beziehungen erlangten Jobs schwänzt und mit 52 in Rente geht. Hätte kein alter Spartaner gemacht, nicht einmal Honecker. Hatten allerdings auch nicht so viel Spaß, die alten Spartaner und der Erich.
In Wirklichkeit also ist das griechische Haushaltsdefizit eine traumatisch bedingte Spätfolge des Sparta-Syndroms. Jeder Mensch aus Athen, Saloniki oder Korinth spürt tief in sich die Gefahr, dass der asketische, blutsuppenessende Spartaner in ihm zum Ausbruch kommen könnte.
Das muss bekämpft werden - mit Streiks, Demonstrationen und notfalls sogar mit dem Abdecken der Swimmingpools. Nieder mit Sparta!
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(SZ vom 25.12.2010/rus)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Lang ist's her, daß sich das aufrecht-mannesmutige Voralpenland sittenempfindlich aus dem Sendeverbund einer TV-Wertegemeinschaft ausgeblendet hat - beim frauenvölkerverbindenden Anti-Kriegs-Schwank "Lysistrate" des Athener Spötters Aristophanes (Kortners Inszenierung 1961). Sie hatten's getragen 20 Jahr', sie mochten's nicht tragen mehr - ES, den Peloponnesischen Krieg (grad' beendet vor 2400 Jahren), SIE, die hellenischen Frauen, Zwangsasketinnen, weil "nicht der Schatten eines Trösters übrig geblieben" war (geniale Übersetzung N. Holzberg 2009). "Und i daad direkt aufn Taygeton-Berg kraxln, wenn i vo dort an Friedn seng kannt" - wer hat diesen Satz erfunden? Naa, keine Schweizer(in) - statt Heidi oder Ursula Andress geht als verwegen nur noch Roger Köppel durch. Aber bitte, bei Seeger 1845 waren es die Rütli-Helvetier, reisige Söldner und Blutsuppen-Freaks, die beim Öffnen des Geheges ihrer Zähne merkwürdig gurgelnde Urviechlaute lakonisch ausstießen (jaja, vacca boans) - und selbst beim Gegner als unterm Hauspuschen stehend galten. Sprach die alpspitzalmenrauschige Lampito: "Und unsre Mannsbilder werdn man scho dazua bringa, daß s' ganz in Ehrn und ohne Arglist Friedn haltn". Das Problem waren vielmehr die Athener: "Wie werdn ma das Gschwerl dazua bringa, daß s' koan Schmarrn ned ostelln?" Entscheidend nämlich: "Ned, solang wia eire Kriegsschiff' no Fiaß habn und haufenweis des Geld bei eirer Göttin liegt".
Womit wir in der späten Neuzeit angelangt sind: Akropolis adieu - Bavarokratia, kimm scho, weiß-blaue, Wittelsbacher (wie weiland König Otto Prä-Rehakles, von dem die FAZ träumt, aber Heine meinte: "Der kriegte den Durchfall zu Athen und hat dort besudelt sein Thrönchen"). Her mit der Amphore heißen Wassers und dem Chor der alten Frauen: "Ich wässre dich, daß du grünst". Die Astynomia - schon bei Aristophanes lauter Skythen, ohne Chance gegen den Chor der alten Männer: "Ich fürchte auch, hier sind Spartaner und stiften an die gottverdammten Weiber, mit List mein Geld zu rauben und den Taglohn, von dem ich lebte ... Den Spartanern ist nicht zu traun wie dem Wolf, der seinen Rachen aufsperrt". Immerhin hat die Athene einen Tempel mit Erzplatten in Sparta - und alte Frauen als die wahren Gebieterinnen: "Denn mir kocht, wenn du einmal mich nur beschimpfst, die Galle, und ich brech dir auf die Eier wie der Käfer dem Adler". Nana, das Athen der Hermenschänder - gelobt sei Sparta, "wo die Madln grad wie kloane Pferdln umanandhupfa dean".
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Wenn Angst vor Sparta Angst vor Arbeit heisst, dann haben die Griechen wirklich Angst vor Sparta.
endlich mal ein kluger Artikel zu Griechenland in der SZ statt diese Bürstenabzüge von politischen Statements.
Gratulation, H. Kister.
erkenne deine Schrift als Menetekel an der Tafel (schrieb der gute Mensch von Köln vor 60 Jahren). "Und die Sonne Homers, siehe! Sie lächelt auch uns" (Schiller, Ende des Gedichts), aber ach, es wird kein "Spaziergang", sondern ein Marathonlauf. Wie viele Pheidippides auf dem Markt der Siegermeldungen tot zusammenbrechen werden? Totenliste ist bekannt, wird aber geheimgehalten (Villa Herodes Atticus).
O Xein angellein (Simonides) - Oh fremde Angela, die du wahrlich bist kein Engelein, verkünde den Söhnen des Lakedaimon, daß sie dort liegen, wie sie den heiligen Gesetzen der Matria sempiterna Europa gehorchen - sonst setzt es was: Schließlich hat die Dame Vater Zeus auf Kreta 3 Söhne geschenkt. Dafür will sie 10 Jahre Rendite sehen, auch von Zorbas: Blender, kommst du ...
Spender, kommst du nach SPA... steht dir eine schwere Anabasis auf den Taygetos bevor, wo man Mißgeburten entsorgt haben will. Denn warum sollen die Nachkommen des Zeus dort einsehen, daß sie nicht ihre heiligen Regeln befolgen dürfen? Wie heißen die typisch lakonischen Antworten auf den Vorschlag der Brüsseler Spitzen-Paten: "Wenn du das Sparpaket packst, wirst du deine nicht haltbare Gegenwart überwinden". Wenn? Wann? Will ich das? Warte nur!
Veränderer, kommst du nach SPA ... mach was gegen die bis heute herrschende Klassengesellschaft, seit den großen Rethra des Lykurg (Sparta). Hopliten verkörpern - Plünderer, kommst du ... - die eine Mentalität des fehlenden ...RTA: "Reingehen, Töten, Abziehen" (Rating-Trash-Agentur?). Perioiken sind das andere, büßende RTA: "Runder Tisch Arme".
Sünder, kommst du nach SPA... es reicht schon das Gastmahl des Thessaliers Skopas, das fatal an die Europäische Kommission erinnert: Der Knauser zahlte nur die Hälfte - empörter Austritt des Dichters, Saaldecke bricht ein, alle tot. Dank Simonides' Mnemotechnik kennen wir aber die genaue Sitzordnung der Erschlagenen.
Zündler, kommst du nach SPA... halt dich an Lysistrata + Lampito, die den international ältesten gültigen Zahlungsverkehr verweigerten (nix Hintern, sonntags nie). Kinder, kommt ihr ... ab in die Dionysien. Der andere Lykurg führt in Athen das Theorikon, Schauspielgelder als staatl. Stütze für Theaterbesucher.
Trendwender, kommst du ... auf den Spuren des Pauschalias und zahlst für Frau Tyche - zahle nur. Wunderer, verschmähst du mich, so freß ich dich - oder flüchte dich in den SPA-Tempel der Athene Ophthalmitis für Einäugige, Abt. Wellness Restsehkraft.
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