Baumsterben, Atomkrieg, RAF: Wider Erwarten haben die Deutschen schon viele Krisen ausgestanden. Werden sie sogar das Jahr 2010 überstehen?
Es ist schon sonderbar mit dieser Welt. Nein, eigentlich ist es nicht sonderbar mit der Welt, sondern mit den Menschen. Wenn man von Ende der sechziger Jahre an das öffentliche Leben einigermaßen mitgekriegt hat, kann man sich nur wundern, dass man nicht schon lange tot ist. Wenn nämlich das eingetreten wäre, wovon viele Leute hierzulande immer mal wieder überzeugt waren, dann sähe es heute ziemlich übel aus.
Das Baumsterben ist nur eine von vielen Katastrophen, die beinahe Deutschlands Untergang bedeutet hätten. (© Foto: dpa)
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Zum einen gäbe es praktisch keine Bäume mehr, denn die sollten eigentlich, zumindest in Mitteleuropa, nahezu alle ausgestorben sein. Saurer Regen und so. War sehr en vogue in den achtziger Jahren. Überhaupt sollten nicht nur die Bäume nicht mehr leben, sondern auch wir nicht. Zeitlich ungefähr parallel zum Waldsterben lief die Atomkriegs-Nummer. Auf jedem Podium, auf dem Menschen zwischen 1977 und 1984 über Raketen, Reagan und Russen debattierten, saß mindestens einer, der mit finsterer Miene fest daran glaubte, dass Deutschland demnächst atomar verglüht, weil die Amis einen begrenzten Atomkrieg führen wollen und deswegen Pershings aufstellen.
Und auf jedem zweiten Podium fürchtete einer, dass wir, wenn wir die Raketen nicht aufstellen, demnächst von den Sowjets überrannt würden. Nun ja. Atomkrieg hat nicht stattgefunden, Sowjets gibt's - außer ein paar Versprengten in Bremen und Brandenburg - keine mehr; Pershings sind auch weg, und die letzten zwanzig Atombomben auf deutschem Boden will nun ausgerechnet die FDP als No-nukes-no-taxes-Partei abschaffen.
Ach ja, trotz der Hetze der damaligen Konservativen und wirklichen Kommunistenfresser ist das Land nicht nur nicht von den Russen, sondern nicht einmal von der RAF und deren Sympathisanten übernommen worden. Ein paar der letzteren, der ehemaligen Sympathisanten, sitzen heute, wenn sie sich nicht in die Toskana zurückgezogen haben, im Bundestag oder im Springer-Verlag. Und sogar Auto können wir noch fahren, obwohl schon mindestens drei sichere Daten verstrichen sind, an denen es eigentlich kein Erdöl mehr hätte geben sollen.
Vielleicht erinnert sich bei der Lektüre dieser Zeilen jetzt der eine oder andere daran, wie er am 2. Dezember 1973, einem von Bonn angeordneten autofreien Sonntag, mit dem Fahrrad auf der Autobahn fuhr, und sich dabei fragte, wo wir alle noch hinkommen werden in diesen modernen Zeiten und vor allem, wie wir das ohne Auto tun sollen. Nein, auch wenn der Verdacht entstehen könnte: Dies ist kein verdecktes Plädoyer, den Klimawandel nicht ernst zu nehmen. Der ist leider sehr real. Aber trotzdem ist es an der Zeit, innezuhalten und darüber nachzudenken, dass es insgesamt fast nie so schlimm kommt, wie es die lautesten Durchblicker stets sicher zu wissen glauben.
Nein, weder gibt es eine große Verschwörung der alten Mächte, das Internet zu zensieren, noch wird in zwanzig Jahren wegen gewisser demographischer Verschiebungen in Berlin oder Köln die Scharia eingeführt werden. 2010 wird ein elendes Jahr werden, bestimmt. Aber wir werden es wieder überleben - leider nicht jeder von uns, aber dennoch alle die, die dann im Dezember 2010 orakeln werden, dass es gerade noch mal gutgegangen ist.
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(SZ vom 02.01/03.01.2010/lim)
Brasiliens Präsidentin Roussef
so sollen laut Aussage einiger Klimaforscher und Forstbeamte auch heute lediglich 28 Prozent vollkommen gesund sein.
Und das Erdoel sollte vor ungefaehr 30 Jahren bis zum Jahre 2000 vollends (damalige Panikmache, um die Preise in die Hoehe zu treiben) abgepumpt und verbraucht sein.
Wie war das noch mit dem Leben? Eine Zumutung, aber muß ja ... (P. Klocke)
die Medien, und wir aufnahmebereiten Überlebenskünstler, welche
immer mehr werden hatten doch unseren Spass, Angst und Nervenkitzel daran.
Warten wir gespannt auf den 22.12.2012 ...
Es gibt ja Regierung und Experten die das für uns regeln.
Also weiterhin Schäfchen sein, nicht aufmucken, und niemals daran zweifeln, dass die nur unser Bestes wollen.
Augen zu und durch.
"Nun hat sich überall in allen Köpfen, in allen Seelen das Gerücht einer baldigen Sintflut eingeschlichen. Die Gelehrten und Weisen sind in ständigem Streitgespräch, andere hingegen sind derart verstört, daß sie ihren Geschäften nicht mehr nachgehen können. Sie verkaufen ihre Anwesen, ihre Felder und Besitztümer oder lassen davon ab, Güter zu kaufen, in der Hoffnung, ihr Geld leichter in die sicheren Berge transportieren zu können. Andere wiederum verschieben ihr Heiratsversprechen, kündigen ohne scheinbaren Grund Verträge auf, entziehen sich ihren christlichen Gelübden, arbeiten faul und mißmutig auf dem Land und fragen sich, was es denn nütze, Geld und Gut anzuhäufen, wenn doch in kürzester Zeit niemand mehr davon Nutzen haben könne".
So publizierte der Wiener Hofastrologe Georg Tannstetter offiziell im März 1523, knapp ein Jahr vor der angekündigten "großen Wässerung" (Febr. 1524), die wegen Konjunktion von 6(!) Planeten im Sternzeichen der Fische angeblich bevorstand. Bekannt war die astronomische Konstellation europaweit seit 1499 (Belege hierfür bei Enzo Barilla) - ein Reflex hierauf scheint auch Dürers berühmter Kupferstich "Melencolia I" (1514) zu sein: Vorn die rätselhafte geflügelte Frauengestalt, im Hintergrund überall Wassermassen, darüber der Regenbogen, nicht nur Zeichen einer (überstandenen!) Sintflut, sondern v.a. Symbol für das Jüngste Gericht - was auf Erzengel Gabriel (gerade der ist auch weiblich!) deutet, den Gerichtsengel und Herrscher über das Wasser wie auch über Emotionen und Unterbewußtsein.
Soweit die Allegorese einer endzeitlichen Katastrophe, die - wie die Reaktionen von regierungsamtlichen Gelehrten und "Pöbel" erst seit 1521 erkennen lassen - nun doch unmittelbar eintreten sollte. Und die spätneuzeitlichen "Heimsuchungen" Ölkrise, RAF, Pershings, Waldsterben?! Auch solche Ereignisse drohten damals ad hoc sich zuzuspitzen, und zwar in unverkennbarer Zeichenhaftigkeit. Man lese nach bei Alanus ab Insulis (12. Jh.): "Alle Kreatur auf Erden kann für uns nur Spiegel werden wie ein Buch und wie ein Bild, unserm Leben, unserm Lose, unserm Stande, unserm Tode ein verläßlich Zeichen" (zitiert nach J. Fried, Aufstieg aus dem Untergang, 39). Was jedoch noch Jahrzehnte dauern wird (wie der Klimawandel), das treibt unsere regierenden Überlebenskünstler doch jetzt nicht um, jedenfalls nicht nachhaltig. Wie der Herr, so's Gescherr - solches hält sich lieber an "Climategate" und ähnliche Verwirrspiele..