Koch-Website "Eat Smarter" Manthey und die Herdprämie

Rezepte, Promitratsch und gepimpte Einkaufszettel: Medienunternehmer Manthey startet eine Koch-Website für gesundheitsbewusste Deutsche. Aber können die kochen?

Von Marc Felix Serrao

In Kalifornien, wo Dirk Manthey lebt, gibt es zwei Sorten Mensch, sagt er. Die eine Sorte werde immer "wie heißt es auf Deutsch... adipöser". Die andere lebe gesundheitsbewusst. Für die zweite Sorte, zu der er sich selbst zählt, hat Manthey, 55, ein Internetportal entwickelt, das an diesem Montag in Deutschland erscheinen soll. Es ist nach dem Medienbranchendienst Meedia die zweite Website des früheren Verlegers (TV Spielfilm, Fit For Fun). Wenn Manthey davon spricht, klingt das ... nein, nicht adipös. Aber sehr groß.

Es geht um gesundes Essen. "Eat Smarter" heißt die Website, mit der Mantheys sechsköpfige Hamburger Redaktion zwei Online-Märkte zusammenführen soll: den der Kochportale und den der Gesundheitsseiten. In der Testversion brutzelt dem Leser erstmal ein italienisches Jägerschnitzel mit Pilzen entgegen. Klickt man das schicke Foto an, öffnet sich die Rezeptseite, die unter anderem erklärt, "warum dieses Gericht gesund ist" (Vitamin D in den Pilzen).

Viel Geld für ein Medium, in dem Wenige Geld verdienen

Auf der Website ist von 1000 Rezepten die Rede. Manthey sagt, es seien schon doppelt so viele fotografiert, die allmählich online gestellt würden. Neben Kochanleitungen gibt es Schulvideos, Expertentipps, Promitratsch und eine Anwendung für Smartphones, die offenbar als eine Art gepimpter Einkaufszettel funktionieren soll.

Zwei Jahre lang habe er an der Seite gearbeitet, sagt Manthey. Und dabei drei bis vier Millionen Euro ausgegeben, vor allem für "Food-Fotos". Viel Geld für ein Medium, in dem Wenige Geld verdienen. Sein Geschäftsmodell? Werbung und internationaler Lizenzverkauf, sagt Manthey. Verhandelt werden müsse unter anderem der Prozentsatz an Werbeeinnahmen, die der jeweilige Partner an ihn abgebe. Im April sollen erste Anzeigen auf der Seite stehen.

Der Gründer ist guter Dinge: "Werbekunden wollen sich neben Premium-Content präsentieren, den bieten wir." Damit die Reichweite hoch ausfalle, sei das Portal kostenlos. Manthey sagt, er hoffe mittelfristig auf ein paar Millionen Seitenaufrufe im Monat. Andernfalls wäre er "sehr enttäuscht". Die Frage ist, wie viele gesundheitsbewusste Deutsche kochen können. Und wie viele zu der anderen Sorte Mensch zählen.