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Liest man die Knatterton-Geschichten heute, fällt auf, wie sehr sich in ihnen die Doppelgesichtigkeit der Fünfziger, ihr Zerrissensein zwischen Gestern und Morgen spiegelt. Einerseits bedient Schmidt durchaus zeittypische Vorurteile und Klischees - das gilt vor allem, wenn es um nicht-deutsche Figuren und "typisch weibliche" Verhaltensweisen geht.
Andererseits ist sein rigoros unernster und mit geradezu brechtianischen Distanzierungsstrategien arbeitender Zugriff auf das Detektiv- und Agentengenre sehr modern und nicht weit entfernt von dem, was zeitgleich das amerikanische Satiremagazin Mad leistete. Mit all ihren Gadgets und ihrer haarsträubenden Action wirken die Knatterton-Abenteuer wie Parodien von James Bond-Filmen, bevor es diese überhaupt gab.
Bild: Wilhelm Busch Deutsches Museum6. Februar 2013, 16:56 2013-02-06 16:56:08