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Knatterton-Zeichner Manfred Schmidt – Werbeanzeige für Atikah-Cigaretten, ca. 1937

Liest man die Knatterton-Geschichten heute, fällt auf, wie sehr sich in ihnen die Doppelgesichtigkeit der Fünfziger, ihr Zerrissensein zwischen Gestern und Morgen spiegelt. Einerseits bedient Schmidt durchaus zeittypische Vorurteile und Klischees - das gilt vor allem, wenn es um nicht-deutsche Figuren und "typisch weibliche" Verhaltensweisen geht.

Andererseits ist sein rigoros unernster und mit geradezu brechtianischen Distanzierungsstrategien arbeitender Zugriff auf das Detektiv- und Agentengenre sehr modern und nicht weit entfernt von dem, was zeitgleich das amerikanische Satiremagazin Mad leistete. Mit all ihren Gadgets und ihrer haarsträubenden Action wirken die Knatterton-Abenteuer wie Parodien von James Bond-Filmen, bevor es diese überhaupt gab.

Bild: Wilhelm Busch – Deutsches Museum 6. Februar 2013, 16:562013-02-06 16:56:08 © SZ vom 6.01.2013/Süddeutsche.de/jufw