Knatterton-Zeichner Manfred SchmidtWie eine Parodie auf James Bond, bevor es ihn gab

Ein steil vorspringendes Kinn, die Pfeife im Mund und der karierte Knickerbocker-Anzug: das sind die Markenzeichen des Nick Knatterton. Die Zeichnungen des Meisterdetektivs machten Manfred Schmidt zu einer nationalen Berühmtheit. Eine Ausstellung ehrt den Comic-Zeichner nun zum 100. Geburtstag.

Knatterton-Zeichner Manfred Schmidt – Fahrscheinmotiv der städtischen Verkehrsbetriebe München, ca. 1955

Ein steil vorspringendes Kinn, die Pfeife im Mund und der karierte Knickerbocker-Anzug: das ist Nick Knatterton. Die Zeichnungen dieses Meisterdetektiv machten Manfred Schmidt zu einer nationalen Berühmtheit. Das Wilhelm Busch Museum widmet dem Comic-Zeichner zum 100. Geburtstag eine Ausstellung.

Grau und vergilbt liegen die Straßenbahn-Fahrscheine in einer Vitrine. Im Sommer 1955 hatten sie in München einen kleinen Aufruhr entfacht. Für ihre Rückseite hatte Manfred Schmidt zehn Motive gezeichnet, die für die städtischen Freibäder werben sollten. Der Meisterdetektiv Nick Knatterton war da zu sehen, aber auch ein paar Damen mit Sophia-Loren-Figur in engen Badeanzügen. Eine besorgte CSU-Lokalpolitikerin schlug Alarm, im Stadtrat schlugen die Wellen hoch: Gefährdung der sittlichen Ordnung!

Auch dem Oberbürgermeister war nicht wohl, schließlich segnete er die Sache doch ab: Das Einstampfen der Fahrscheine hätte 8000 Mark gekostet.

Bild: Wilhelm Busch - Deutsches Museum 6. Februar 2013, 16:562013-02-06 16:56:08 © SZ vom 6.01.2013/Süddeutsche.de/jufw