Einmal bitte alles

Helena Hufnagels schöne Münchner Komödie ist die Ehrenrettung all jener, die auch nur einige der folgenden Eigenschaften von Isi (Luise Heyer) auf sich vereinen: Dreißig plus sein, Single, ohne festen Job, chronisch pleite, oft verkatert und mit künstlerischen Ambitionen. Hufnagel zeigt, was es heißt, in diesem Zustand dabei zusehen zu müssen, wie im Umfeld alle Gleichaltrigen langsam bürgerlich werden: Das eigene Leben entwickelt sich zur Abwärtsspirale. Das einzige, was hilft, und was Hufnagel wunderbarerweise ganz ernst nimmt: Das Vertrauen in die Kunst, das langsam das Vertrauen in die eigene Existenz restauriert. Mit anderen Worten: Harte Arbeit. Von Philipp Stadelmaier

Bild: filmschaft maas & füllmich GmbH und cocofilms GmbH 20. Juli 2017, 11:112017-07-20 11:11:49 © SZ.de/jbee