Von Martin Zips

Ang Lees "Gefahr und Begierde" ist nur das jüngste Beispiel: Politische Filmzensur gibt es immer wieder - weltweit.

Ang Lees Werk hat es in China schwer. Aber auch bei anderen Filmen gibt und gab es politisch motivierte Zensur.

Marjane in der Mangel der islamischen Revolution: Der Comic "Persepolis" wurde nur außerhalb des Iran zum Erfolg. (© Foto: afp)

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Der große Diktator (USA, 1940): Charlie Chaplins entlarvender Blick auf Hitler und seine Schergen war - wenig überraschend - in Nazi-Deutschland verboten. Erst 1958 lief die Parodie erstmals in deutschen Kinos.

Im Reich der Sinne (Japan, 1976): Nagisa Oshimas freizügiger Film sollte bei der Berlinale gezeigt werden. Doch dann beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft das Werk als "harte Pornographie". Ein Jahr später wurde alles freigegeben, der Film erhielt das Prädikat "Besonders wertvoll" und kam 1978 in die deutschen Kinos. In Japan lief nur eine stark gekürzte Version.

Iwan, der Schreckliche (Sowjetunion, 1944): Sergej M. Eisensteins Film zeigt das Leben des Zaren Iwan IV. in zwei Teilen. Diktator Stalin lobte nur den braven ersten Teil, den zweiten ließ er wegen der authentisch-brutalen Szenen verbieten. Erst fünf Jahre nach seinem Tod wurde Eisensteins Werk von Chruschtschow freigegeben.

Persepolis (Frankreich, 2007): In dem heiter-melancholischen Zeichentrickfilm (Kinostart am 22. November) und dem gleichnamigen Comic beschreibt Marjane Satrapi, eine 1969 in Iran geborene und heute in Paris lebende Zeichnerin, ihre Kindheit und Jugend zwischen Kopftuch und Iron Maiden in Iran. Dort freilich sind ihr (in mehr als 20 Sprachen übersetztes) Comic und der Film nicht zu sehen.

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(SZ vom 9.11.2007/ihe)