Kino: "The Dark Knight" bricht alle Rekorde Batman rettet das Kino

Dies war das erfolgreichste Wochenende in der Geschichte Hollywoods: "Batman" und die Präsenz von Heath Ledger als furchteinflößender Gegenspieler Joker übertreffen alle Erwartungen. Die Filmbranche feiert.

Von Tobias Kniebe

So düster die Stimmung ist, die der Film verbreitet, so sensationell ist sein Erfolg. Christopher Nolans "The Dark Knight", das sechste Kinoabenteuer des Comic-Helden Batman, hat in den USA alle Rekorde gebrochen und 155,4 Millionen Dollar (97,9 Millionen Euro) am ersten Wochenende eingespielt.

Auf Rekordflug: Christian Bale in der sechsten Batman-Folge "The Dark Knight".

(Foto: Foto: Reuters)

Damit war "Spider-Man 3" aus dem Vorjahr, der mit 151,1 Millionen Dollar die bisherige Bestmarke hielt, deutlich geschlagen. Aber nicht nur das: Auch das Abba-Musical "Mamma Mia!", das vor allem Frauen ansprach, lief sehr stark an und trug seinen Teil zum Gesamtergebnis von 250 Millionen Dollar Kasseneinnahmen bei - dem erfolgreichsten Drei-Tages-Wochenende in der Geschichte Hollywoods.

Dieses Ergebnis überrascht selbst Experten. Batman hat im Verlauf seiner Kinokarriere Höhen und Tiefen durchlaufen, Regisseur Nolan ist für seinen kompromisslosen Stil bekannt, und "The Dark Knight" zeigt die erschreckende Vision einer Metropole, in der das Verbrechen außer Kontrolle geraten ist - während eine Hauptfigur einen vorzeitigen Tod stirbt, wird eine andere grauenhaft entstellt.

Aber es half sicherlich, dass die Kritiker fast ausnahmslos positiv urteilten - und dass der Auftritt des im Januar an einer Medikamenten-Überdosis gestorbenen Schauspielers Heath Ledger mit besonderer Spannung erwartet wurde. Seine Präsenz als furchteinflößender Gegenspieler Joker übertrifft nun alle Erwartungen - und hat wohl auch dazu beigetragen, dass Kinokarten am Starttag für bis zu 150 Dollar im Internet gehandelt wurden, und viele Kinos den Film die ganze Nacht hindurch spielten.

Nach diesem erstaunlichen Wochenende ist die amerikanische Filmindustrie nun wieder auf Kurs, an den Rekordsommer des Jahres 2007 anzuschließen, der erstmals Umsätze von mehr als vier Milliarden Dollar gebracht hatte. Damit verläuft die Entwicklung der Filmbranche in den USA beinah gegenläufig zu der in Deutschland.

Hierzulande war besonders das erste Quartal recht stark, als Til Schweigers "Keinohrhasen" den größten Teil seiner 6,1 Millionen Besucher erreichte, und auch Filme wie "Unsere Erde", "Die Welle" und "Die wilden Kerle 5" die Massen ins Kino lockten. Ende März lag der Umsatz damit schon ein sattes Drittel über dem Vorjahreszeitraum.

Dann aber kam das zweite Quartal, in dem sich amerikanische Kassenschlager wie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" oder "Sex And The City" in Deutschland überraschend schwertaten - beide haben die wichtige Blockbuster-Marke von drei Millionen Besuchern bis heute nicht überschritten. Die Europameisterschaft und einige schöne Wochenenden trugen weiter dazu bei, die Kinobegeisterung der Deutschen zu dämpfen, sodass sich die Gesamtrechnung nun wieder auf dem Niveau des Vorjahrs eingependelt hat. Jetzt hofft man auf einen neuen Schub aus Hollywood, wenn "The Dark Knight" am 21. August hierzulande anläuft.

Die US-Studios dagegen dürfen jetzt erst mal feiern. "Es passiert nicht oft, dass derart der Blitz einschlägt", sagt Warner-Vertriebschef Dan Fellman, der den neuen Batman lanciert hat. "Chris Nolan hat eine Serie, die eigentlich am Ende war, völlig neu belebt." Und Universal-Kollegin Nikki Rocco von "Mamma Mia!" erklärt: "Ich bin jetzt 41 Jahre im Geschäft, und es ist phänomenal, ein solches historisches Wochenende mitzugestalten. Es beweist: Wenn wir wirklich etwas zu zeigen haben, werden die Zuschauer auch kommen."

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