Karikaturenstreit Satiremagazin "Charlie Hebdo" freigesprochen

Das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist im Prozess um die nachgedruckten dänischen Mohammed-Karikaturen von dem Vorwurf der Verletzung religiöser Gefühle freigesprochen worden.

Das Pariser Strafgericht folgte damit am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Union der Islamischen Organisationen in Frankreich (UOIF) kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an. Die dänischen Karikaturen hatten Anfang 2006 eine Protestwelle in der islamischen Welt ausgelöst, bei der 139 Menschen umgekommen waren.

Am 8. Februar 2006 druckte "Charlie Hebdo" zwölf Karikaturen aus der dänischen Zeitung "Jyllands Posten" nach und stellte eigene dazu. Die Sondernummer wurde ein Verkaufschlager mit etwa 400 000 verkauften Exemplaren. Die UOIF, die Große Moschee von Paris und die Islamische Weltliga verklagten "Charlie Hebdo". Sie argumentierten, die Karikaturen beleidigten den Propheten und ihre Veröffentlichung stelle "eine Personengruppe wegen ihrer Religion an den Pranger".

Dem Chefredakteur des Magazins, Philippe Val, drohten bei einer Verurteilung bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 25 000 Euro. Zum Prozess Anfang Februar hatten französische Intellektuelle und Medien das Recht auf Meinungsfreiheit betont. Die linksliberale "Libération" druckte aus Solidarität die Mohammed-Karikaturen nach. Der konservative Innenminister Nicolas Sarkozy erklärte, er ziehe "einen Exzess der Karikaturen der Abwesenheit von Karikaturen" vor.