Junge Muslime Die Scham, Opfer zu sein

In den hermetischen Welten der sozialen Netzwerke entscheiden "Bauchgefühle" darüber, was wahr und unwahr ist.

(Foto: Ullstein Bild)

Viele junge deutsche Muslime stoßen im Alltag auf Misstrauen. Verschwörungstheorien helfen ihnen dann, ein Gefühl der Überlegenheit zu entwickeln. Gespräche mit Jugendlichen aus Migrantenfamilien.

Von Jonathan Fischer

Kenans Eintrag bei Facebook ist deutlich. Er zeigt eine Zeichnung, in der ein Anhänger des sogenannten Islamischen Staats Dartpfeile auf eine Zielscheibe wirft, die Israel sein soll. Kein einziger Pfeil hat das Ziel getroffen. Stattdessen sieht man links und rechts an den Wänden Pfeile stecken, die auf Ländernamen wie Frankreich, Deutschland, Ägypten, Syrien, Türkei gelandet sind.

Kenan ist ein 22-jähriger muslimischer Mazedonier, der seit seiner Jugend in München lebt und arbeitet. Die Unterstellung ist offensichtlich: Die Medien verschweigen uns etwas, ...