Jimmy Page Led Zeppelin war nie weg

Aus der dunklen Mähne ist ein Silberschopf geworden: Jimmy Page im Mai dieses Jahres

(Foto: REUTERS)

Jimmy Page legt mit Led Zeppelin zwei Alben neu auf. Im Interview mit der SZ lobt der 70-Jährige, den viele für den besten Rock-Gitarristen der Welt halten, die eigene Band. Und erklärt, warum seine Musik immer noch Einfluss hat.

Von Alexander Menden, London

Jimmy Page ist auch nach vielen Jahrzehnten noch ein großer Fan seiner eigenen Band. Der 70-jährige "Led Zeppelin"-Gründer, den viele für den besten Rock-Gitarristen aller Zeiten halten, lobt anlässlich einer überarbeiteten Neuauflage der Alben "Led Zeppelin IV" und "Houses of the Holy" den "Facettenreichtum" seiner Songs: "Nehmen Sie nur mal den Unterschied zwischen 'Stairway to Heaven' und etwas so Bedrohlichem wie 'When the Levee breaks'. Der Song ist dermaßen finster, dass es gar keine Farbe gibt, die dunkel genug ist, um sie mit ihm zu vergleichen", sagte er im SZ-Interview.

Interview im Wortlaut

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Was viele sicher auch überwältige, sei das unbestreitbare Können aller Bandmitglieder, so Page. Weder in seiner Zeit als Studiomusiker noch mit den Yardbirds noch sonstwo habe er "jemals so gut Gitarre gespielt wie mit Led Zeppelin."

Diese Qualität ist für ihn auch der Grund für den anhaltenden Einfluss seiner Musik: "Led Zeppelin ist nicht die Art von Band, die alle fünf oder zehn Jahre durch eine Mode wieder nach oben gespült wird. Ich glaube nicht, dass wir jemals von der Bildfläche verschwunden sind", so Page. Spätestens seit 1980, dem Jahr, in dem Schlagzeuger John Bonham starb, seien jedes Jahr neue junge Leute auf Led Zeppelin aufmerksam geworden.

Meister des Riffs

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Dass sich die Zeiten dennoch geändert haben, macht sich in anderen Bereichen bemerkbar. So gibt Jimmy Page zu, dass man das Cover des Albums "Houses of the Holy". auf dem nackte Kinder zu sehen sind, heute "nicht mehr so machen" könnte. Er finde das "wirklich traurig", sagt Page: "Denn natürlich soll dieses Bild absolut nichts Schmutziges ausdrücken. Es ist ein Sinnbild für den Sitz des Heiligen Geistes, wie der Albumtitel ja schon sagt. Die Kinder stehen für vollkommene Unschuld! Das Problem ist, dass heutzutage anscheinend niemand mehr glaubt, dass irgendwo noch Unschuld existiert."

Zur Möglichkeit einer Band-Reunion, der nach öffentlicher Wahrnehmung vor allem Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant im Wege steht, gibt Jimmy Page sich allerdings bedeckt. Er sei froh, dass vom einmaligen Reunion-Gig in der Londoner O2-Arena 2007 wenigstens eine DVD existiere: "Das war wichtig, um zu zeigen, wozu wir live noch immer in der Lage sind."