Jewgenij Kissin in der Philharmonie Wie klug es ist, den Kopf zu schütteln

Mit einem Wechsel von langsamen und schnellen Préludes sorgt Kissin dafür, dass sich nicht ein Virtuosenstück an das andere reiht.(Symbol)

(Foto: Catherina Hess)

Der Großvirtuose Jewgenij Kissin begeistert mit Beethoven und Rachmaninow in der Münchner Philharmonie. Begonnen hatte der Abend schon mit einem ungewöhnlichen Einstiegsstück.

Von Michael Stallknecht

Spätestens bei der zweiten Zugabe hält es das Publikum in der Münchner Philharmonie nicht mehr auf den Sitzen: Jewgenij Kissin spielt eine die gesamte Klaviatur durchrasende Toccata mit jazzigen Elementen, eine Eigenkomposition in bester Tradition der Großvirtuosen. Ein Großvirtuose bleibt Kissin, auch wenn der heute 46-Jährige sein inzwischen schon dreißigjähriges Pianistenleben nie auf die reine Präsentation technischer Fähigkeiten abgestellt hat.

Was daraus entstehen kann, konnte man im zweiten Teil seines Programms erleben. Kissin hatte einige der Préludes aus dem Opus ...