Abstrakte Kunst, mit vollem Körpereinsatz - Jerry Lewis feiert Geburtstag.
Diesen achtzigsten Geburtstag feiert Jerry Lewis ganz standesgemäß - in Lyon, im Institut Lumière. Dort also, wo das Kino geboren wurde, wo die Brüder Lumiére ihre Fabrik hatten.
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Er wird da seinen Film "Smorgasbord" zeigen, mit dem er in den Achtzigern ein Comeback versucht hatte und der in den USA als "Cracking Up" lief - was leider zu einer boshaften Sicht auf das Werk, das späte zumal, geradezu herausfordert.
Den Hype, den in den Sechzigern die Franzosen um Jerry entfachten, haben die Amerikaner nie kapiert: They are crazy bastards, them cinéastes! Woody Allen profitierte davon, der zu eben dieser Zeit ins Kino drängte, die intellektuelle, die New Yorker Variante des jüdischen Humors.
Eine komplizierte Geschichte, und ein echter Prüfstein für jeden Kinematheksdirektor. Jede Lewis-Retro steht vor dem unlösbaren Problem, an Kopien zu gelangen - nicht mal die Pariser Cinémathèque hat diese Filme seinerzeit gesammelt.
Das Münchner Filmmuseum hat für seinen kleinen Wochenend-Tribut an Jerry, der heute startet, acht Topkopien zusammengebracht - Jerry Lewis und sein Lehrmeister Frank Tashlin, mit dem er acht Filme drehte, waren absolute Colorfreaks, und man kann in ihren Filmen erleben, was Farbe im Kino, auf der Leinwand wirklich bedeutet.
Man kann, wenn man Lewisfilme hintereinander am Stück sieht, auch spüren, was für eine Vereinsamung hier vor sich geht. Und wie diese zusammenhängt mit der Beziehung zu Dean Martin, mit dem er lange das erfolgreichste, irrste, innigste Komikerduo Amerikas gewesen ist.
Wie kann jemand nur so gut aussehen, how does anybody get that handsome ... Das fragte sich Jerry, so steht es in seinem neuen Buch "Dean & Me", als er den Mann im Kamelhaarmantel sah, an der Kreuzung Broadway und Fifty-fourth, an einem frischen Märztag im Jahr 1945.
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