60 Jahre Deutsche Journalistenschule - Angela Merkel pries ein Stück deutscher Erfolgsgeschichte. Ihr Rat: Nicht auf den Bildschirm verlassen.
Horst Seehofer hatte es nicht mehr geschafft, nach dem Jubelkongress der Union in Berlin nach München zu kommen. Angela Merkel aber, der man in der Hauptstadt gehuldigt hat, reiste an.
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"Ein gutes Stück Erfolgsgeschichte": Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Feier des 60. Geburtstages der Deutschen Journalistenschule in München. (© Foto: dpa)
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Die Kanzlerin feierte als Ehrengast mit vielen Journalisten den 60. Geburtstag der Deutschen Journalistenschule (DJS) - und würdigte die Rolle der Schule in der Ausbildung des journalistischen Nachwuchses. "Die DJS ist ein gutes Stück Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland", sagte Merkel bei ihrer Festrede im Münchner Prinzregententheater.
Die CDU-Chefin betonte, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit mit ihren quasi unbegrenzten Informationsmöglichkeiten sei, dass weiterhin Qualitätsjournalismus angeboten werde. Auch wenn das Interesse am Lesen sicher nicht mehr so tief sei wie vor 60 Jahren bei der Gründung der Schule, so dürfe man sich doch auch heute nicht vollständig auf den Bildschirm verlassen.
"Die Unabhängigkeit der Medien ist konstitutiver Bestandteil unserer Ordnung", sagte Merkel mit Blick auf die "knapp vor der Bundesrepublik" gegründete Journalistenschule, die Freiheit der Berichterstattung nach den Jahren der Propaganda von Anfang an festschrieb.
Sie schloss ihre geistreiche, unterhaltsame Rede mit den Worten: "Strengen sie sich an!"
Die DJS blickt auf eine lange Tradition zurück: Im Juni 1949 war die erste der "Lehrredaktion" genannten Klassen der DJS gestartet.
Ins Leben gerufen wurde die Schule vom Mitherausgeber der Süddeutschen Zeitung und Gründer der Abendzeitung, Werner Friedmann. In den vergangenen 60 Jahren wurden dort rund 2.000 Nachwuchsjournalisten ausgebildet. Zu den bekanntesten Absolventen gehören Günther Jauch und Sandra Maischberger.
Derzeit nimmt die DJS pro Jahr 45 Schüler auf, die vorher ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen haben. Unter anderem steht ein gefürchteter Wissenstest auf dem Programm. 2008 wurden dabei unter anderem gefragt, warum Spanien das Kosovo nicht anerkennt oder wer das Vorbild für Martin Walsers Roman "Ein liebender Mann" war.
Die Ausbildung, die 16 Monate bis zwei Jahre dauert, orientiert sich streng an der Praxis. Die Schüler lernen dabei von Praktikern die Produktion von Zeitungen, Magazinen, Radio, Fernsehen und Onlinenachrichten kennen.
Den markigsten Spruch zum Jubiläum lieferte, wie gewohnt, der nicht angereiste Ministerpräsident Seehofer (CSU). Er lobte die DJS in seiner Grußbotschaft als "Kaderschmiede des Qualitätsjournalismus in Deutschland". Sie habe sich höchste Verdienste um die sogenannte "Vierte Gewalt" in unserer Demokratie erworben. An die Absolventen appellierte er: "Bleiben Sie kritisch und bleiben Sie fair, denn Sie machen die Meinungen von morgen!"
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(sueddeutsche.de/jja/segi)
Mohn und Springer wirds freuen. Jeder andere langt sich an den Kopf.
"geistreich und unterhaltsam" finde ich ebenfalls befremdlich, diese Formulierung, würde sie in einer Pressemeldung der CDU erwarten, nicht in einer Zeitung.
...den erleben wir nicht nur in der SZ jeden Tag: Hofberichterstattung, Verschleierung, Wahlkampfhilfe, Desinformation, Mundtot- und Lächerlichmachung von Leuten, die sich partout nicht der political correctness beugen wollen, offensichtliche Falschmeldungen und Lügen, etc...
...und diejenigen Journalisten, die noch 10 Gramm Rückgrad besitzen, verlieren ihren Job, weil sie nicht geneigt sind, mit der Schafherde zu blöken...
Weiter so, Frau Merkel!
Ein hehres Wort. Und das , was man von guten Journalisten erwarten muss.
Und das setzt voraus, dass Medien ihren Auftrag wirklich ernst nehmen, unabhängig,überparteilich und umfassend zu informieren. Und da regen sich bei mir beim Blick in die verschiedenen Blätter in Deutschland schon einige Zweifel. Auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehe ich da einige Defizite. Aber vielleicht nur ich.
Jedenfalls finde ich es immer erheitern, wenn jemandes Rede als geistreich und unterhaltsam klassifiziert wird, obwohl man weiss, dass sie ihm in der Regel ja so aufge-
schrieben wurde.
Zu Seehofer: Genauso wie das Geschwätz von gestern interessiert mich die Meinung von morgen augenblicklich nicht. Was heute wirklich los ist, schon.
So ist das mit den Sonntagsreden und der Realtät. Frau Merkel, die am liebsten servilen "Journalisten" vom Schlag Peter Hahnes Interviews gewährt und auch sonst die Hofberichterstattung schätzt und fordert, preist hier den Qualitätsjournalismus.