Der Journalist Günter Wallraff will in einer Kölner Moschee aus Salman Rushdies "Satanischen Versen" lesen.
Man müsse den Träger der Moschee, die Türkisch-Islamische Anstalt für Religion (DITIB), beim Wort nehmen, sagte Wallraff in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Sie will sich öffnen und in die Moschee zu kulturellen Veranstaltungen einladen." Der Dialogbeauftragte der DITIB, Bekir Alboga, wolle das Vorhaben nun innerhalb der Organisation zur Diskussion stellen.
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Muslime Gemeinde "beim Wort nehmen": Günter Wallraff (© Foto: dpa)
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"Salman Rushdie war ja eine Zeit lang bei mir versteckt", sagte Wallraff. "Ich habe damals eine Unterschriftenaktion für ihn und sein Buch gestartet, auch bei Muslimen. Unterschrieben haben ausschließlich Intellektuelle, die dem islamischen Kulturkreis angehören, aber keine Moscheegänger sind. Alle anderen Muslime nicht, weil sie die Fatwa entweder befürworteten oder sich zumindest aus einem falsch verstandenen Zugehörigkeitsgefühl nicht dagegen verwahren wollten."
Er sei der Überzeugung, dass jemand, der die Fatwa gegen Rushdie akzeptiere, doch zumindest den Inhalt des Buches kennen müsse, und deshalb wolle er daraus vorlesen.
Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini hatte 1989 ein als Fatwa bezeichnetes Todesurteil gegen Rushdie ausgesprochen.
(dpa)
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@c_a_s
Dass Wallraff schreiben lässt, war - außer "Konkret" - in der Vergangenheit u.a. auch dem "Stern", der "Basler Zeitung", dem "Zürcher Tagesanzeiger", der "taz", der "Kölner Stadtrevue", dem "Bremer Blatt", der "Kölner Illustrierten" und einigen weiteren Medien zu entnehmen - nicht zuletzt auch dem einen oder anderen Literaturlexikon.
Natürlich fehlten auch nicht Wallraffs heftige Dementis. Es seien, so Wallraff, höchstens "Spurenelemente" gewesen, die andere zu seinen Büchern beigetragen hätten. Er hätte, so behauptet Wallraff, alles selbst erlebt und aufgeschrieben.
Stimmt Wallraffs Behauptung?
Hier ein konkretes Beispiel - das Buch "Ganz unten", dass gerade jetzt wieder zu Wallraffs 65. viel zitiert wird:
Das Buch stammt von mehreren Autoren.
Allein meine "Spurenelemente" finden sich auf insgesamt 40 Seiten im Wallraff-Bestseller "Ganz unten" wieder:
Bezogen auf die deutsche Erstausgabe geht es um die Seiten 48, 49, 116, 117, 118, 138, 139, 140, 141, 148, 149, 195, 196, 197, 198, 199, 200, 201, 202, 204, 205, 208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215, 216, 220, 221, 222, 223, 239, 240, 241, 242, 243, 244 in insgesamt sieben Buchkapiteln.
Zudem ist das Kapitel "Der Auftrag" unmittelbar von meinen Recherchen in der Rolle des "AKW-Abgesandten Hansen" abhängig. Diese Rolle konnte nur ich übernehmen, da ich 1985 zu den wenigen AKW-kritischen Journalisten gehörte, die wussten, wie ein AKW von innen aussieht und sich bei ihren Recherchen der radioaktiven Gefahr ausgesetzt haben, die bei Reparaturarbeiten im so genannten "heißen Bereich" entstehen.
Der gesamte Komplex zum Thema "Arbeit in Atomkraftwerken" im Buch "Ganz unten" wäre ohne meine Urheberschaft nicht in das Buch eingegangen - dies betrifft den Höhepunkt von "Ganz unten" mit immerhin mehr als 50 Buchseiten. Wie gesagt: Wallraff selbst war nie in einem AKW.
Einige Texte, von denen alle Welt glaubt, Wallraff sei ihr Urheber, wurden bereits Monate vor Erscheinen von "Ganz unten" als Hörfunkfeatures von der ARD ausgestrahlt - unter meinem Namen und unter meiner (alleinigen) Autorenschaft.
Dass dies keine leere Behauptung ist, lässt sich leicht daran erkennen, dass ich es öffentlich sage, ohne dass Wallraff mich bis heute verklagt hätte
Sehr geehrter Herr Herzog,
bisher habe ich mich eher wenig mit Herrn Wallraff beschäftigt und hatte auch noch nichts von angeblichem Ghostwritertum gehört. Insofern ist es nur billig, wenn ich für diese Behauptungen nach einem Beleg frage.
Ob ich an Wallraff 'glaube', wie ich ggf. geleugnetes Ghostwritertum bewerten würde, was mir gleichgültig ist, etc. darüber habe ich gar nichts geschrieben.
Sie scheinen allerdings ein ziemlich empfindlicher Mensch zu sein, der meint jeden beleidigen zu dürfen, von dem Sie vermuten eine andere Meinung zu haben als Sie.
Insofern nehme ich Ihren Vorschlage mit Freude auf:
Lassen wir das. mfG, cas
@c_a_s
"Selbst wenn Ihre Behauptungen zutreffen sollten, wird er doch die Bücher, die unter seinem Namen erschienen sind, immerhin initiiert haben, insofern sehe ich es ähnlich wie Aku. Ihre Behauptung, dass Leute, die - wie Sie schreiben-, (an) Wallraff 'glauben', auch glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, überzeugt mich nicht."
Also, wirklich: Niemand will Leute, die noch immer felsenfest an Wallraffs Integrität glauben, vom Gegenteil überzeugen. Da es Ihnen zum Beispiel bereits gleichgültig zu sein scheint, ob Wallraff, was er steif und fest selbst behauptet, seine Bücher selbst recherchiert und schreibt (Ihnen genügt ja bereits die 'Initiierung'), dürfte es auch schwer fallen, Ihnen beizubringen, dass die Erde rund ist.
Also, lassen wir es.
Nur in einem behalten Sie recht:
Der Link zu Gremlizas erneutem Eingeständnis, für Wallraff als Ghostwriter gearbeitet zu haben, führt tatsächlich nicht mehr zu diesem sehr erhellenden Text, der dort noch vor kurzem zu lesen wr und in ähnlicher Form bereits 1987 Furore machte. Fragen Sie Gremliza, wo die Neuauflage des Textes und seines Karl-Kraus-Preises an Wallraff geblieben ist, der an die Bedingung geknüpft war, das Wallraff nicht mehr bei anderen abkupfert.
Der von Ihnen angeführte Link http://www.konkret-magazin.de/kvv/txt.php?text=a3 führt zu einem Artikel von Gremliza (DER DEO-SEIDENHEMD-KOMPLEX), in dem über Austs Buch (Baader Meinhof Komplex) geschrieben wird.
Die Suche nach Gremliza wallraff bei Konkret ergibt 0 Treffer.
Wo also kann man etwas über angebliche Ghostwriter erfahren?
Selbst wenn Ihre Behauptungen zutreffen sollten, wird er doch die Bücher, die unter seinem Namen erschienen sind, immerhin initiiert haben, insofern sehe ich es ähnlich wie Aku.
Ihre Behauptung, dass Leute, die - wie Sie schreiben-, (an) Wallraff 'glauben', auch glauben, dass die Erde eine Scheibe sei, überzeugt mich nicht.
cas
Ja der Herr Wallraff. Vermarktet er sich nun selber wie die aktuelle Dame aus Zirndorf oder will er den Lippenbekenntnissen einfach mal auf den Zahn fühlen? Ist doch mal ein ganz interessantes Experiment: Hic Rhodos, hic salta. Allen Menschen die kleine Münze zu unterstellen sagt viel über sich selbst aus.
Holzauge
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