Ironie-Ausstellung Kunst ist, wenn man trotzdem lacht

Witz, komm raus, du bist umzingelt: Unter dem Motto "Aus Ernst wird Spaß - das Ironische in der Kunst" versammelt eine Ausstellung in Berlin Bilder und Videos von Künstlern, die lustig sein sollen. Das glückt nicht immer. Aber wenn, dann richtig.

Von Ruth Schneeberger, Berlin

"Bin arm" - mit diesen Worten begrüßt den Besucher die Ausstellung am Rosenthaler Platz in Berlin. Nur diese beiden Begriffe, auf weißem Untergrund. An sich noch kein Grund zur Erheiterung, im Gegenteil. Die Kunst ist - oft sehr zu Unrecht - in vielen Fällen leider eine brotlose, das Künstlerdasein meist alles andere als ein Zuckerschlecken.

Aber: Dadurch, dass der Künstler, Sebastian Rogler, diese erst mal aktualitätsbezogene Zustandsbeschreibung auf ein Emailleschild geschrieben hat, wird sie zu einer ehernen Aussage. Und damit lachhaft. Denn niemand kann heutzutage sagen, ob er, einmal arm, für immer arm bleiben wird. Das Schild aber manifestiert die Aussage zur Allgemeingültigkeit - und verschiebt damit die Intention ein kleines Stück in Richtung Unsinn. Was einigermaßen lustig ist.

Ironie ist nicht automatisch verständlich

Ein gelungenes Beispiel für Ironie, die der Deutsche Künstlerbund in seinem Projektraum mit der Ausstellung "Aus Ernst wird Spaß - das Ironische in der Kunst" zeigen will, denn: Der Betrachter muss lachen. Ob er will oder nicht. "Ironie ist unterhaltsam, politisch, macht Spaß, regt zum Denken an, verändert, setzt in Erstaunen und zwingt zum Lachen. Ohne Ironie wäre das Dasein einfach nicht zu ertragen!", postuliert der Künstlerbund vollmundig. Allein: Das stimmt nur zum Teil.

Nicht jeder versteht Ironie, nicht jedem gibt sie das gleiche, und was ironisch sein will, funktioniert auch nicht bei jedem. Die Ausstellung zeigt das ganz gut - wenn auch manchmal ungewollt.

Etwa ein Drittel der rund 120 Exponate ist nur grenzwertig komisch. Wenn überhaupt. Fünf übereinander gespickte plattgefahrene Frösche etwa, drei zusammengeknüllte Papiertüten mit der Aufschrift "Alles wird gut" oder die Zurschaustellung eines nackten Hintern, diese drei Arbeiten mögen zwar auch ironisch intendiert sein - aber sind sie deshalb bemerkenswert? Nicht unbedingt. Andere erschließen sich ohne die ironische Intonierung beim Sprechen oder ohne weitere Erläuterung erst einmal gar nicht.

Wieder andere Exponate sind ganz lustig, ein paar echte Perlen sind auch dabei. Für sie lohnt sich der Besuch.

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