David Lynch über den Kunstmarkt, die schlechte Behandlung von Bildern, die Hässlichkeit, das Fegefeuer und den Teufel.
SZ: Wann haben Sie zum ersten Mal ein Bild verkauft?
David Lynch: "Ich brauche die Hitze der Sonne" (© Foto: dpa)
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David Lynch: Am Anfang habe ich meine Bilder nicht verkauft, ich habe sie einfach weggegeben. Ein Mann namens Roger Lapelle, für den ich in Philadelphia als Drucker arbeitete, bezahlte mir 25 Dollar pro Tag, dafür, dass ich einfach malte und er behalten durfte, was immer dabei entstand. Ich machte das am Samstag, wenn ich mir etwas dazu verdienen wollte. Das erste Kunstwerk, das ich wirklich verkauft habe, war das reliefartige Bild, auf das ich meinen ersten Film ("Six men getting sick") projizierte. Der High School-Lehrer meiner Frau kaufte es.
SZ: Gibt es verlorene Bilder, die sie niemals wiedersehen werden?
Lynch: Ja, es gibt viele verlorene Bilder...
SZ: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an sie denken?
Lynch: Nicht gut. Bei manchen macht es mir nichts aus, aber der Verlust anderer macht mich traurig.
SZ: Fühlen Sie sich schuldig?
Lynch: Nicht in allen Fällen. Einige wurden einfach gestohlen. Manchmal hatte ich keinen Platz, um sie sicher aufzubewahren. Einige habe ich irgendwo zurückgelassen, und im Lauf der Jahre wurden sie wohl weggeworfen.
SZ: Haben Sie jemals ein fertig gestelltes, gelungenes Bild zerstört?
Lynch: Ich habe fertig gestellte Gemälde zerstört, aber sie waren nicht gut. Da bin ich ziemlich sicher.
SZ: Ist es möglich, ein Bild schlecht zu behandeln oder sogar zu missbrauchen?
Lynch: Nein, wenn Sie es verbrennen, dann ist es verschwunden. Man darf zerstörerisch sein, daraus entsteht manchmal eine wirklich großartige Idee, ein Weg weiterzukommen.
SZ: Und der Betrachter oder der Besitzer eines Bildes - darf der genauso damit umgehen?
Lynch: Er kann damit machen, was er will. Es wäre traurig, wenn er es vernichten würde. Aber merkwürdigerweise empfinden die meisten Menschen eine Art Achtung für das, was ein anderer gemacht hat. Insbesondere wenn er es mit seinen Händen hergestellt hat.
SZ: Ist der Teufel ein guter Maler?
Lynch: Es heißt: "Der Teufel ist ein Lügner und der Vater aller Lüge." Die Menschen denken, er ist eine Person. Aber er gehört zu jenen Mächten, die uns in Dualität festhalten und uns davon abhalten, unser Selbst zu erkennen. Es ist ein Spiel, und der Teufel ist in der Welt, damit dieses Spiel so lang wie möglich andauert.
SZ: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kunst, Kunsterfahrung und Betrug?
Lynch: Seit Geld im Spiel ist - und es geschieht ja schon seit Jahrhunderten, dass Dinge auf diese Weise bewertet werden können - sind natürlich Schwindel und Trick in diese Angelegenheiten verwickelt. Es gibt viele Geschichten darüber. Und es steigert den Wert des Ganzen. Ich vermute, auch das gehört zum Spiel.
SZ: Erinnern Sie sich an das erste pornographische Bild, das Ihnen vor Augen kam?
Lynch: In Philadelphia habe ich einige großartige pornographische Bilder gesehen! Zwei meiner Freunde hatten damit zu tun: Einer sammelte pornographische Bilder, und Jack Fisk, der wunderbare Regisseur und Maler, arbeitete in einer einschlägigen Buchhandlung. Ab und zu zeigten sie mir etwas.
Ich erinnere mich an ein altes Foto von zwei Mädchen und einem Matrosen. Es war wirklich sehr, sehr harte Pornographie! Mit der Zeit habe ich verstanden, wenn man zu viel davon sieht, wird es - zumindest für mich - kalt und deprimierend. Das raubt der eigentlichen Erfahrung viel. Aber es hat seine eigene Faszination. Manchmal kann einen Pornographie ins Träumen bringen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was David Lynch zum Malen braucht.
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Konsequenz der Loveparade-Katastrophe
Der Artikel und das Interview haben großes Vergnügen bereitet .
Worüber wir aber alle rätseln ist der Sinn des " Enchiladas " in der
Überschrift .Selbst gestandene Spanier waren Hilflos . Was bedeutet das ?
Ansonsten sind wir so überzeugt von dieser Besprechung , daß wir von Berlin
nach Brühl fahren werden .
Mit besten Grüßen Beate Maria Günther