Interview mit Catherine Zeta-Jones "Die Magie verblasst, weil jeder soviel über jeden weiß"

"Opferrrollen", so sagt sie , "liegen mir nicht." Die Waliserin Catherine Zeta-Jones wurde von Hollywood für die Rolle einer Spanierin besetzt. Sieben Jahre ist das jetzt her. Diese Spanierin spielt sie jetzt wieder - wenn auch wesentlich abgeklärter.

Von SZ

Mit Zorro hat sie den großen Sprung geschafft, nach Hollywood, zu den großen Rollen, zum internationalen Ruhm, zur Ehe mit Michael Douglas. Sie hat mit starken Männern gespielt, Brad Pitt, George Clooney, Sean Connery, und für "Chicago" einen Oscar bekommen, für die beste Nebenrolle. In "Die Maske des Zorro" war sie die Tochter des alten Zorro, Anthony Hopkins, und wurde die Frau des jungen, Antonio Banderas. Mit ebendiesem ist sie nun von Donnerstag an in der Fortsetzung "Die Legende des Zorro" in den Kinos zu sehen.

"Fragen Sie nicht, wie das zugeht, mit den Nationalitäten im Kino ... "

(Foto: Foto: AFP)

SZ: Diese starken Frauen, die Sie in den vergangenen Jahren immer wieder spielten, die auf ihrer Unabhängigkeit bestehen und dafür zu kämpfen bereit sind, handgreiflich ... wieviel steckt von Ihnen selbst denn in diesen Rollen?

Catherine Zeta-Jones: Nun ja, die Opferrollen liegen mir sicher nicht. Ich habe mit fünfzehn meine Heimat Wales verlassen, um mich auf der Bühne in London zu behaupten. Da muss man stark sein und energisch - und diese Einstellung dringt sicher auch in den Filmrollen durch. Beim ersten "Zorro" hatte ich, noch bevor ich das Script las, die Hoffnung, dass meine Rolle diesen leidenschaftlichen Schwung, diese Latina-Feurigkeit haben würde - und ich war glücklich, dass das nicht nur die damsel in distress aus dem Actionkino war, die nur darauf wartet, von Zorro gerettet zu werden: Das Blut von Zorro fließt in ihren Adern. Aber es ist nicht so, dass ich diese Rollen bewusst suche - und es geht auch nicht um Emanzipation, nein, emanzipatorisches Terrain muss ich mir damit nicht erobern.

SZ: Sie haben schon in der Jugend im Musical angefangen, kommt daher Ihre Vorliebe für physische Rollen, die Degengefechte in "Zorro", die knallharten Tänze in "Chicago" oder die kühnen akrobatischen Eskapaden zwischen Laserstrahlen in der Einbrecherkomödie "Verlockende Falle"?

Zeta-Jones: Dazwischen war dann allerdings "Traffic", der war gar nicht so physisch ... Ja, das hat schon damit zu tun, dass ich gewissermaßen im Theater aufgewachsen bin. Es fällt mir wirklich sehr leicht, mit dem ganzen Körper zu arbeiten. Und man hat eine Liebe zu den Schauspielern, einen natürlichen Respekt vor dem Handwerk.

SZ: Mit Zorro kamen Sie nach Hollywood, ins internationale Filmgeschäft.

Zeta-Jones: Naja, dieses Mädel aus Wales konnte es natürlich erst mal gar nicht fassen, dass sie in "Zorro" ausgerechnet eine Spanierin spielen sollte. Darüber haben wir uns wahnsinnig amüsiert, Anthony Hopkins und ich - er kommt ja ebenfalls aus Wales, und er spielte den alten Zorro. Hätte ich darauf warten müssen, irgendwann mal eine Waliserin zu spielen - ich wäre bis heute nicht in Hollywood. Aber fragen Sie nicht, wie das zugeht, mit den Nationalitäten im Kino ...

SZ: Ein wenig wird das ja reflektiert in "Terminal", den Sie für Steven Spielberg gedreht haben ...

Zeta-Jones: Das ist die verrückte internationale Seite des Kinos. Faszinierend finde ich da zum Beispiel, was sich gerade im Bollywood-Kino tut.