Interview von: Anke Sterneborg

"Ich bin an die Figur dieses Waschbären nicht anders herangegangen als an jede andere Rolle." Bruce Willis und Produzent Jeffrey Katzenberg diskutieren ihren Film "Ab durch die Hecke" - Die interviewende SZ-Reporterin durfte, nun ja, bei dieser Analyse zugegen sein.

Bruce Willis hat ein neues Gesicht, in diesem Sommer zumindest, wenn er den Waschbären Richie spricht in ¸¸Ab durch die Hecke", dem neuen Zeichenfilm aus dem DreamWorks-Studio (in der deutschen Version tritt Götz Otto an seine Stelle). Und weil die DreamWorks-Leute ihren Figuren immer sehr viel vom Profil ihrer Sprecher mitgeben, kann man in Richie jede Menge vom mürrischen, nuschligen Selbstbehauptungswillen des ¸¸Stirb langsam"-Helden entdecken. Mit dem DreamWorks-Produzenten Jeffrey Katzenberg ist Bruce Willis, geboren 1955 in Idar-Oberstein, seit Wochen unterwegs, zwischen Cannes und Köln, um ¸¸Ab durch die Hecke" vorzustellen.

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(© Foto: dpa)

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SZ: Mr. Katzenberg, Ihr Erfolgsfilm ¸¸Shrek" war Hommage und Satire auf Hollywood zugleich, in ¸¸Ab durch die Hecke" treiben Sie dieses Spiel nun mit der modernen Wohlstandsgesellschaft: Ein paar Wald- und Wiesentiere werden, aus dem Winterschlaf erwacht, mit einer neuen Menschensiedlung und einer dichten Hecke konfrontiert - was ihnen die Nahrungsbeschaffung für den kommenden Winter ziemlich erschwert . . . Jeffrey Katzenberg: Merkwürdig, so kritisch wird der Film nur in Europa gesehen, als Kommentar zur Konsumgesellschaft. Uns ging es, ehrlich gesagt, vor allem um die Lacher, wir haben uns einfach den Spiegel vorgehalten, und die Dinge ein wenig übersteigert. Dieses ganze Treiben ums Essen sieht ja ganz anders aus, wenn man es durch die Augen dieser kleinen Tiere sieht. Und dann geht es um Familie und Heimat - deshalb hat diese Geschichte Bruce so angesprochen, der Vater von drei Töchtern ist . . .

Bruce Willis: Und das ist wirklich mein liebster Job - noch vor der Filmschauspielerei. Ich bin jetzt 51, aber ich würde gern noch mehr Kinder bekommen. Ich habe viel Spaß daran, einem Kind den Unterschied zwischen richtig und falsch zu vermitteln, ihm die Welt zu zeigen und wie man sich darin bewegt. Meine älteste Tochter verlässt gerade das Haus, um ins College zu gehen, und ich hoffe, dass wir ihr alles mitgegeben haben, um der Welt mit Selbstvertrauen und -bewusstsein zu begegnen.

SZ: Mr. Willis, Sie haben selbst zahlreiche Figuren gespielt, die wie der Waschbär Richie nie aufgeben . . . Willis: Ja, ich war immer ziemlich selbstbewusst. Als Kind hatte ich mit einer ganzen Menge Widerstände zu kämpfen - ich habe zum Beispiel schrecklich gestottert, und wenn man es schafft, sich von einem Kind, das kaum sprechen kann, zu einem Mann zu entwickeln, der sein Geld mit Sprechen verdient, dann ist das schon eine Sache. Ich mache immer wieder Filme über Polizisten, Feuerwehrleute, Soldaten, über einfache Menschen, die ihr Leben riskieren - davon kann es gar nicht genug geben.

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