Ein Gespräch mit Bret Easton Ellis über Tränen, Songs, Philip Roth und seinen eigenen Roman "Lunar Park".

Bret Easton Ellis: Also - was wollen Sie wissen?

"American Psycho"

Christian Bale in der Verfilmung von "American Psycho". (© Foto: AP)

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SZ: Alles über Ihr neues Buch zum Beispiel.

Ellis: Kann man inzwischen nicht alles, was ich jemals gesagt habe, im Internet herausfinden? Können Sie daraus nicht einfach ein Interview mit Ihren Lieblingszitaten von mir zusammenschustern?

SZ: Ich befürchte, das wäre nach gängigem Recht ein Plagiat. Wir können aber auch gerne über etwas anderes reden.

Ellis: Nein, nein. Jedes Interview läuft ja anders ab und die Journalistenfragen werden ja niemals in derselben Reihenfolge gestellt, deswegen ist jedes einzelne Interview ein bisschen wie eine kleine Schneeflocke.

SZ: Na gut, dann fangen wir eben mit all den anderen Interviews an, in denen Sie die Beantwortung der Frage, wie viel vom biografischen Teil von "Luna Park" Tatsachen sind, verweigern. Irgendeinen Grund muss es aber doch gehabt haben, dass Sie mit einer Biografie beginnen, die in einen Suburbiaroman mündet, den sie dann mit Horrorgeschichten zerfetzen.

Ellis: Ich wollte einen Stephen-King-Roman schreiben. Das war alles. Jetzt bekomme ich von all diesen Leuten Briefe und E-Mails, die da alle möglichen Bedeutungen hineinlesen, obwohl ich ganz einfach meine Hommage an Stephen King geschrieben habe.

SZ: Aber Sie fangen mit dieser Pseudobiografie an...

Ellis: Ich brauchte eben einen Weg, den Erzähler in das Spukhaus zu kriegen und ich wusste, dass er ein Autor sein würde, der sehr an mich erinnert. Das war alles. Ich habe nicht damit gerechnet, dass diesem ersten Kapitel so viel Bedeutung zugemessen wird.

SZ: Sie gelten eben als Stimme Ihrer Generation...

Ellis: Natürlich hätte ich es wissen müssen. Als Stimme meiner Generation habe ich mich aber höchstens mal ganz am Anfang ein, zwei Jahre lang gefühlt.

SZ: Hatte es denn irgendeine Auswirkung auf Sie oder Ihre Arbeit, zur Stimme Ihrer Generation gekürt zu werden?

Ellis: Nein. Sie müssen verstehen, dass ich für meine Arbeit schon so oft abgewatscht wurde, dass ich diese Art von Selbstherrlichkeit gar nicht zustande bringe. Aber so bleibt man ganz gut auf dem Boden der Tatsachen.

SZ: Meinen Sie damit die Kritik an "American Psycho"?

Ellis: Ich meine damit, wie man mich für jedes meiner Bücher abgewatscht hat. Ich bin im literarischen Establishment nicht besonders beliebt und bei den Kritikern schon gar nicht.

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