SZ: Wie kamen Sie auf die Idee, den stoischen Killer mit dem unfassbaren Javier Bardem zu besetzen?

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Joel Coen: Wir wollten jemanden, der in dieser Landschaft wie ein Alien auftaucht. Was ihn so erschreckend macht, ist seine völlig Gefühllosigkeit. Javier Bardem hat seine Figur dann auch so angelegt, dass er nichts nach außen dringen lässt. Während sich alle anderen Figuren mit inneren Konflikten herumschlagen, scheint dieser Killer, Frieden mit seiner Umwelt und mit sich selbst geschlossen zu haben - beinahe wie ein Zen-Buddhist.

SZ: Wer von Ihnen hat sich Chigurhs unwiderstehlichen Haarschnitt ausgedacht?

Joel Coen: Sein Aussehen haben wir dem Foto eines amerikanischen Grenzstadtbewohners aus den späten siebziger Jahren nachempfunden. Als wir Javier diese Frisur antaten, hat er die bittere Pille zwar geschluckt. Dann aber ging es ihm auf die Nerven, dass er auch außerhalb der Dreharbeiten mit dieser altmodischen Matte herumlaufen musste.

SZ: Welche Eigenschaften sollte ein Schauspieler haben, um von Ihnen besetzt zu werden?

Ethan Coen: Er muss bereit sein, sich seine Haare schneiden zu lassen! Nein, unsere Schauspieler sollten keine Eitelkeit kennen...

Joel Coen: Wir drehen nur mit Stars, wenn sie wirklich bereit sind, sich ihren Figuren unterzuordnen. So macht die Arbeit dann auch allen Beteiligten mehr Spass.

SZ: George Clooney sagt, dass Sie Ihre Schauspieler gerne wie Idioten aussehen lassen. Brauchen diese vor allem Mut zur Lächerlichkeit?

Joel Coen: Nun gut, die Schauspieler sollen sich nicht wie Idioten fühlen, sondern diese nur glaubhaft verkörpern. Und George Clooney macht sich auch in unserem nächsten Film "Burn After Reading" wieder zum Idioten. Anscheinend ist er auf den Geschmack gekommen!

SZ: Klingt vielversprechend. Der Film ist abgedreht und kommt noch dieses Jahr ins Kino - worum geht es?

Joel Coen: "Burn After Reading" handelt von einem Agenten der CIA, von der amerikanische Fitness-Kultur und von Internet-Dating. Brad Pitt spielt einen Fitnesstrainer, Frances McDormand die Club-Managerin und George Clooney einen sexbesessenen Federal Marshal.

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(SZ vom 26.2.2008/kur)