Wim Wenders ist zurück, im amerikanischen Westen, im klassischen Kino. Im SZ-Interview spricht der Regisseur über Sam und Jessica, Amerika und die große Implosion sowie seinen neuen Film "Don't Come Knocking".
SZ: Eine praktische Frage zuerst. Wie schafft man es, Eva Marie Saint in seinen Film zu bekommen?
Wim Wenders mit Frau Donata bei der Permiere seines neuen Films. (© Foto: AP)
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Wim Wenders: Als es klar war, dass es eine zirka achtzigjährige Dame zu besetzen gab, wusste ich, dass dies das absolut luxuriöseste Casting werden würde - die ganze Filmgeschichte öffnete sich auf einmal, und man merkt, die gibt's alle noch, diese Frauen sitzen herum, kriegen keine Rollen angeboten. Als dann Eva Marie in ihrem Mercedes vorgefahren kam, selber am Steuer, ziemlich rasant kam sie daher und warf dem Valet lässig den Schlüssel zu ... da wusste ich , das ist sie.
SZ: Howards schöner Wagen muss am Ende dran glauben, das tut richtig weh.
Wenders: Da haben wir schon gut aufgepasst. Wir haben extra zusätzliche Felgen besorgt, obwohl's die nicht mehr gibt. Das war fast wie beim Tierschutzverein - es wurden bei den Dreharbeiten keine Autos verletzt. Das Auto steht jetzt hier bei mir in Berlin in der Garage.
SZ: Dieses Gefühl wird ja immer stärker, dass man anfangen muss, die Dinge aufzubewahren. Dass man das nicht den Museen überlassen kann ...
Wenders: Und das Kino ist ein wunderbares Medium, um alles Mögliche zu bewahren ... In der ersten Fassung des Drehbuchs stand nur: ein alter Wagen. Als ich dann Sam Shepard fragte, was das für ein Modell sein sollte, hat er kurz überlegt. Dann sagte er: Wahrscheinlich ist das nicht aufzutreiben - aber der nackte Wahnsinn wäre es, wenn das ein 54-er Packard wäre. Das war das Auto, das er mit sechzehn seinem Vater heimlich entführt hat und wo er ohne Führerschein seine erste Probefahrt gemacht hatte. Und wir haben einen gefunden.
SZ: Gibt es viele autobiografische Elemente in der Figur des Howard, den Sam Shepard spielt?
Wenders: Einige von Howards Erlebnissen hat Sam wohl mitgemacht - nicht den unbekannten Sohn, aber er hat auch mal so eine Phase gehabt, wo er ziemlich hilflos vor sich hingelebt hat, mit Alkohol und so ... Und wenn ich Volker Schlöndorffs Berichten glauben darf, als die beiden "Homo Faber" gedreht haben, dann war das wohl die Zeit.
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Umweltstiftung WWF in der Kritik