Partyfotos und Tratsch sollen auch bei Facebook nicht alles sein: In Kooperation mit dem US-Sender ABC will die Seite ihren Nutzern Politik näherbringen. Natürlich ganz uneigennützig.
Eigentlich ist Facebook bekannt und beliebt als Online-Kontaktforum, und weil sich dort mitunter politische Parodien und Clips finden, die US-Präsidentschaftskandidaten auf die Schippe nehmen. Doch jetzt könnte es auf Facebook ernst werden: Der Nachrichtensender ABC News will nämlich politische Inhalte auf der verspielten Kommunikationsplattform verbreiten.
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Gerne leger: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Oktober 2007. (© Foto: Reuters)
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ABC News und Facebook haben dafür ganz offiziell eine Partnerschaft ins Leben gerufen. Es ist die erste Zusammenarbeit der Website, die bei Werbetreibenden hoch im Kurs steht, mit einem Nachrichtenmedium. Erklärte Mission ist es, gemeinsam die Benutzer näher an politische Berichterstattung heranzubringen.
Wer sich bisher Gruppen wie "Freunde des gepflegten Sarkasmus" angeschlossen oder Fotos von der letzten Party verbreitet hat, soll jetzt in der neuen Kategorie "US-Politik" die Nachrichten von ABC verfolgen, an politischen Umfragen und Debatten teilnehmen, Videos der ABC-Reporter gucken und Blogs der News-Reporter lesen können. So wollen ABC und Facebook in New Hampshire als Gastgeber auftreten für eine Debatte zwischen Demokratischen und Republikanischen Präsidentschaftskandidaten, und zwar am 5. Januar, also drei Tage bevor in dem Ostküstenstaat die Vorwahlen stattfinden. Noch allerdings ist fraglich, ob die im Durchschnitt sehr jungen Facebook-User wirklich so viel Interesse an politischen Belangen besitzen.
Neue Inhalte, neue Zuschauer
Dan Rose, Vizepräsident für Business-Entwicklung bei Facebook, ist aber von der politischen Einflussmöglichkeit der Website überzeugt: "Unser Ziel ist es, die einstündige Debatte, die sonst nur im Fernsehen stattfindet, schon vorher auf einen umfassenden Dialog der Wähler auszuweiten." Die Fragen, die die Nutzer am meisten diskutieren, sollen dann auch bei den politischen Debatten, die im Fernsehen übertragen werden, zur Sprache gebracht werden.
Die Union aus Internet und TV wird als Signal dafür gewertet, dass Nachrichtenunternehmen das wirtschaftliche Potential von Webforen stärker nutzen wollen. Den spektakulären Startpunkt für diese Entwicklung hatte im Juli 2005 der Medienunternehmer Rupert Murdoch gesetzt, als er die Webgemeinde MySpace für 580 Millionen US-Dollar seiner News Corporation einverleibte.
Facebook profitiert bei dem aktuellen Deal hauptsächlich von den neuen Inhalten auf seiner Website, ABC bekommt Zugriff auf 56 Millionen potentielle Zuschauer. Doch der Sender hegt noch größere Hoffnungen. "Einerseits wollen wir auf die politischen Debatten Einfluss nehmen, indem wir Information für eine neue Zielgruppe liefern, andererseits wollen wir von den Facebook-Nutzern lernen", erklärt David Westin, der Präsident von ABC News. ABC wolle deren Diskussionen als Inspiration für seine Berichterstattung nutzen.
Wichtig für ABC News ist auch, dass die Nutzer ermutigt werden, sich mit den Reportern auszutauschen. Bisher konnten die Zuschauer einen Kommentar nur per Brief oder E-Mail an eine anonyme Adresse abgeben. Über Facebook können sie jetzt persönliche Nachrichten an die Reporter schicken und in Dialog mit ihnen treten - zumindest solange sich die Anzahl der Kommentare in Grenzen hält.
Alexander Kluge, der intellektuelle Schattenspieler des deutschen Kinos und der deutschen Literatur, wird achtzig. Jetzt lesen ...
(SZ vom 5.12.2007/ihe)
ARD-Doku über Facebook
Sofakartoffeln???? Eine neue Züchtung? Eine neue Zubereitungsart?
Ich kenne Speisekartoffeln, Salatkartoffeln, mehligkochende Kartoffeln etc.
Ich kenne Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, geröstete Kartoffeln etc.
Es lebe das Denglisch der zweiten Art: die unverständlichen Rückübersetzungen!
Hier: couch potatoes = Sofakartoffeln