Kein Scherz! Es ist ab jetzt verboten, in New York zu fotografieren.
Es sind nicht nur die New Yorker Fotografen, Künstler und Independent-Regisseure, selbst die Vogelfreunde, die mit langen Teleobjektiven gerne den städtischen Falken auflauern, sind in Aufruhr: Ein neues Gesetz, dessen Sinn und Notwendigkeit noch ein Geheimnis ist, erlegt allen, die auf New Yorks Straßen fotografieren oder filmen wollen, kaum erfüllbare Bedingungen auf.
(© Foto: AP)
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Jede Gruppe von zwei oder mehr Menschen, die für mehr als 30 Minuten eine Kamera benutzen will, würde nach den neuen Gesetzen eine schriftliche Genehmigung der Stadt benötigen und müsste eine Haftpflichtversicherung in Höhe von einer Million Dollar nachweisen. Dasselbe gilt für Gruppen von fünf Leuten oder mehr, die für zehn Minuten oder länger ein Stativ verwenden wollen. Den Amateurfilmern, YouTube-Künstlern, Studenten, Modefotografen und Fernsehjournalisten, die - neben den großen Filmproduktionen -·in New York pausenlos am Drehen und Aufnehmen sind, wird das Leben dadurch erheblich erschwert. Ums Geld geht es der Stadt nicht: die Genehmigungen sind kostenlos. Fragt sich also, wozu der Aufwand gut sein soll, mit dem die Stadt ihrem immer umfangreicher werdenden Katalog von bizarren und realitätsfremden Vorschriften ein weiteres Kapitel hinzufügt. Berühmt sind die Gesetze, die das Tanzen in nicht dafür lizensierten Lokalen verbieten, doch auch das Sitzen auf Treppenstufen oder das Radfahren ist nicht immer erlaubt.
Zwar erklärte das Filmbüro der Stadt, Amateurfilmer seien von der neuen Regelung ausgenommen, doch die Grenzen zwischen Profi und Amateur sind bekanntlich fließend. Die Bürgerinitiative Picture New York - Without Pictures of New York (www.pictureny.org) versucht nun gemeinsam mit der American Civil Liberties Union, den Gesetzentwurf zu Fall zu bringen. Fotografieren und Filmen, so argumentieren diese, ist geschützt vom Recht auf freie Meinungsäußerung. Fast 14.000 Menschen haben die Petition gegen die neuen Regeln bereits unterschrieben, darunter Michael Stipe, Patti Smith, aber auch die Bildredakteure von Magnum, Getty, USA Today, Time und Fernsehproduzenten von "60 Minutes" bis hin zu "MTV" und "Sesamstraße".
In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
(SZ vom 02.08.2007)
Sorgerechtsverfahren in der Kritik
Jeder hat das Recht, alles zu fotografieren, was er will
Achwas?! Wo steht denn DIES Gesetz?
Und zur überschrift:
"Kein Scherz! Es ist ab jetzt verboten, in New York zu fotografieren."
Das ist ja tatsächlich BLöD-Zeitung-Stil.
Auch ich finden den Gesetz-ENTWURF sinnvoll.
Was z.B. ist an all dem Müll oder Illegalem bei YouTube: "Kunst"?
Endlich dürfen "Modefotografen" nicht mehr einfach stundenlang einen Straßenabschnitt sperren, nur um saudumme Reklamebilder zu "schießen".
Kein Gesetzt wird entworfen, um EINZELNEN das Fotografieren zu verbieten (was der Autor aber unterstellt).
Sorry wenn ich's mal so plump sage: Der SZ-Autor kommt wohl von der Blöd-Zeitung?
@jörg häntschel
si tacuisses...
leider ist dieser artikel ein weiterer grabstein für eine einstmals grosse tageszeitung. eine solche schmiere ist schlimmer als bildzeitung.
wenn, wie bereits mehrfach gesagt, über einen gesetzentwurf, wie unverständlich der auch immer erscheinen mag, in form der vollendeten tatsache getitelt wird, um in einem ne- bensatz am ende den tatsächlichen zustand zu erwähnen, so verantwortungslos geschrieben wird, ist das schlimmer als sensationsmache. das ist schmiererei, die dem anspruch einer sz als seriöser zeitung in keiner weise gerecht wird.
es ist höchst bedauerlich, zu sehen, dass nicht nur keine schlussredaktion zur fehlerkorrektur mehr existiert, sondern offenbar auch jede qualitätsvorstellung in der redaktionskonferenz verloren gegangen ist.
armes deutschland!
saludos cordiales
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com // photography // design // madrid
"..... man kanns auch übertreiben, ziehen sie doch ´ne schwarze burka an,
dann sieht man nix."
Sie übertreiben.
"es wird der tag kommen, wo man in seiner brille, bzw. im auge, eine nanokamera hat, mit der jeder sein ganzes leben dokumentieren kann."
Bemitleidenswert.
"ist es nicht gut, wenn die menschen die echte welt fotografieren und als
projektionsfläche ihrer phantasien nehmen, ....."
Ich brauche keine Fotographien um meine Phantasie anzuregen.
"..... anstatt die medial manipulierten bilder zum maßstab der inneren bilder zu machen?"
Meine inneren Bilder sind nicht von medialen äußeren Maßstäben abhängig.
"Ohne Einwilligung fotographiert zu werden ist eine kleine Vergewaltigung. "
oh je, man kanns auch übertreiben, ziehen sie doch ´ne schwarze burka an,
dann sieht man nix.
es wird der tag kommen, wo man in seiner brille, bzw. im auge, eine nanokamera hat, mit der jeder sein ganzes leben dokumentieren kann. dann sind sie auf tausenden tagesfilmen drauf. tolle vision , was? :o)
ist es nicht gut, wenn die menschen die echte welt fotografieren und als
projektionsfläche ihrer phantasien nehmen, anstatt die
medial manipulierten bilder zum maßstab der inneren bilder zu machen ?
Paging