International Emmys in New York Zwei Emmys für ZDF und RTL

RTL-Chefin Anke Schäferkordt bekam den Internationalen Emmy von Boxer Wladimir Klitschko überreicht, der dafür vor ihr auf die Knie ging.

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In New York sind die International Emmys - ein Ableger des amerikanischen Filmpreises Emmy - verliehen worden. Gleich mehrere Preise gingen nach Deutschland.

Das ZDF hat einen der weltweit wichtigsten Fernsehpreise gewonnen. Der Film "Das Wunder von Kärnten" wurde mit einem Internationalen Emmy ausgezeichnet. Der deutsche Schauspieler Heino Ferch ging leer aus, einen weiteren Preis bekam RTL-Chefin Anke Schäferkordt.

"Das Wunder von Kärnten" setzte sich gegen drei Produktionen aus Großbritannien, Japan und Uruguay durch. Deutsche Produktionen gewinnen den Auslandsableger dieses Fernsehpreises, den Primetime Emmy, eher selten. Erst recht nicht, wenn es Konkurrenz von britischen Sendern gibt, die ihre Formate für den US-amerikanischen Markt nicht synchronisieren müssen.

Der Film ist eine deutsch-österreichische Koproduktion und basiert auf einer wahren Begebenheit. In dem Ärztedrama geht es um einen jungen Mediziner, der auf sich allein gestellt eine Notoperation an einem dreijährigen Mädchen vornehmen muss, um das Kind zu retten. "Es war eine krasse Konkurrenz. Ich hätte nicht damit gerechnet", sagte Ken Duken, der in dem Film die Hauptrolle spielt.

"Sie sind Versager, aber keine Verlierer!"

RTL-Chefin Schäferkordt wurde mit dem Internationalen Emmy für ihre Verdienste um den Sender und das Privatfernsehen ausgezeichnet. Boxer Wladimir Klitschko überreichte ihr den Preis in New York. "Von solch einer Ehre hätte ich nie zu träumen gewagt", sagte Schäferkordt und lobte anschließend erwartungsgemäß die Mitarbeiter. "Man braucht viel Leidenschaft, um gutes Fernsehen zu machen. Die Mitarbeiter von RTL haben diese Leidenschaft, und deshalb stehe ich hier nur stellvertretend für Tausende." Das europäische Fernsehen ist nach Ansicht von Schäferkordt kreativer als das amerikanische. "Die großen Showinnovationen der letzten Jahre kamen nicht aus den USA, die kamen alle aus Europa", sagte sie nach dem Gewinn.

Schauspieler Heino Ferch musste sich dagegen einem Briten geschlagen geben. Sean Bean ("Game of Thrones") bekam den Preis für seine Rolle in dem Film "Accused". Ferch gehörte mit seiner Rolle als Polizeipsychologe in "Spuren des Bösen - Racheengel" (Arte) zu den vier Nominierten. Darin wird Ferch zufällig Geisel in einem Wiener Buchladen. Unvermutet erschießt sich der Gangster und Ferch versucht, mehr über die Hintergründe der Bluttat zu erfahren. Wie beim Gewinner-Film führte auch bei dieser österreichischen Produktion Andreas Prochaska Regie ("In 3 Tagen bist du tot").

"Hier sind keine Verlierer, Verlierer gibt es heute Abend nicht", sagte Moderator John Oliver. "Hier sind nur Gewinner und andere, die beim Gewinnen versagt haben. Sie sind Versager, aber keine Verlierer!" Der Brite war als Moderator der "The Daily Show" bekannt geworden.

Die International Emmys sind die Auslandssparte der amerikanischen Emmys. Es ist eine wichtige Auszeichnung, auch wenn sie nicht so viel Glanz hat wie die "Primetime Emmys", die jedes Jahr im September verliehen werden. Der Preis wird in zehn Sparten vergeben. Vor drei Jahren gehörten Iris Berben für "Krupp - Eine deutsche Familie" und Sebastian Koch für "Der Seewolf" dazu, beide gingen aber leer aus. 2004 gewann die ARD-Serie "Berlin, Berlin" den Internationalen Emmy. Überdurchschnittlich oft gewinnen die Briten.