Der diesjährige Preis geht an den Berliner Schriftsteller Lutz Seiler. Während des Wettbewerbs in Klagenfurt hatte es heftige Debatten gegeben.
Der Schriftsteller Seiler, der 1963 in Gera geboren wurde und in Berlin lebt, erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Beitrag "Turksib", einen Auszug aus einem längeren Prosatext.
Der Schriftsteller Lutz Seiler aus Berlin erhält den Ingeborg-Bachmann-Preis 2007. (© Foto: AP)
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Die Jury lobte die in klassischem Ton erzählte Reisebeschreibung mit der turkestanisch-sibirischen Eisenbahn als "sehr dichten, sehr vielschichtigen Text aus uralter Zeit" und als "Text von lyrischer Dichte und epischer Breite".
Allerdings waren mehrere Stichwahlen nötig, bis Seiler als Haupt-Preisträger feststand. Er erhielt schließlich sechs von neun Kritikerstimmen.
Seiler setzte sich gegen 17 weitere Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Den Ernst-Willner-Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro gewann der Berliner Jan Böttcher für seine Erzählung, die sich mit der deutschen Wiedervereinigung auseinander setzt.
Bei dem dreitägigen Wettbewerb im ORF-Theater Klagenfurt lesen Autoren, die bereits literarische Texte publiziert haben, auf Einladung eines der neuen Juroren aus bislang unbekannten Texten.
Die Jury debattiert im Anschluss an die Lesungen über die vorgestellten Beiträge und entscheidet in offener Abstimmung über die Preisträger.
Der Bachmannpreis wurde 1977 im Gedenken an die aus Klagenfurt stammende Dichterin (1926-1973) ins Leben gerufen. Unter den bisherigen Preisträgern waren Gert Jonke, Ulrich Plenzdorf, Sten Nadolny und im Vorjahr Kathrin Passig. Insgesamt wurden in diesem Jahr fünf Preise im Gesamtwert von 54.500 Euro vergeben.
(dpa)
Die falschen und bis heute nicht korrigierten dpa-Meldungen wurden und werden nach wie vor u.a. von Spiegel Online, tagesspiegel.de und orf.at und der Netzeitung verbreitet auf sueddeutsche.de sogar als überschrift:
Das stimmt leider auch nicht: Herr Seiler siegte NICHT nach Stichwahl. Der erste Preis wurde als einziger NICHT nach einer Stichwahl vergeben.
Man fragt sich manchmal schon, wofür Journalisten ihr Geld verdient haben.
Lustig, wie alle Nachrichtenportale den dpa-Fehler von den "neuen" Juroren übernehmen. Gemeint sind "neun". Zwei davon waren tatsächlich neu.
ja, da waren die franken auf poetenfest-erlangen.de gründlicher.
liebe redaktion,
von den angeteaserten "heftigen debatten" während des Wettbewerbs findet sich im text nichts. Wenn man schon aus pi-Gründen zu solchen versprechungen greift, sollte man sie auch halten können.
Außerdem: Warum ihr gerade noch über den Preis für Jan Böttcher berichtet, ist mir auch vollkommen schleierhaft. Sein Preis war der vierte in der Reihe der Jurypreise und amit der unwichtigste. Platz 2 und drei habt ihr verschwiegen. Auch das: schlampig.