Gelungene Selbstdemontage eines Gangsta-Rappers: Snoop Dogg zeigt sich bei Viva als überfordertes hypochondrisches Familienoberhaupt.
Wenn Menschen mittleren Alters über die Musik sprechen, die sie geprägt hat, dann ist das immer auch ein bisschen traurig. Da hört man dann bauchige Anzugträger und bebluste Damen mit Kennermienen von "Sessions" und "Gigs" palavern.
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Das Dogg'sche Familienbild ist weit weg vom Blingbling des alten Gangsta-Rap. (© Foto: Reuters)
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Und man erinnert sich mit Schrecken an die Zeit, als die Jethros und Joplins dieser Welt noch mit elterlicher Autorität aus der heimischen Anlage jaulten. Trauriger als diese Erinnerung ist nur der Glaube vieler der domestizierten Revolutionskinder, dass ihre Helden die letzten modernen Künstler waren.
Da gibt es andere. Snoop Dogg, zum Beispiel. Wichtigster Vertreter des Anfang der Neunziger entwickelten Gangsta Funk, früheres Gangmitglied, ehemaliger Häftling, und wegen Waffen- und Drogenbesitzes zigfach festgenommener Pornoproduzent ("Snoop Dogg's Doggystyle"). Es gibt nur wenige Musiker - und keinen der noch lebenden Woodstockveteranen -, die ihr eigenes Image so lustvoll verdrehen und auf fast dadaistische Weise verulken wie dieser Schlacks aus Kalifornien.
Bisheriger Höhepunkt der Selbstdemontage ist seine Fernsehshow Snoop Dogg's Father Hood, die der ansonsten leider wirklich auf den Hund gekommene ehemalige Musiksender Viva nun in zehn Folgen zeigt. Es ist eine vermeintlich authentische Prominenten-Homestory wie so viele vor ihr; mit einem auf künstlichen Familienkrach gebürsteten Drehbuch und ganz viel Drama, Drama. Es ist aber auch eine sehr augenzwinkernde Selbstdemontage, die, wenn man weiß, wo der Hauptdarsteller herkommt, sehr viel Spaß macht.
In der ersten Folge sieht man Snoop Dogg vor allem scheitern. Er scheitert beim Versuch, seine Kinder zum Aufräumen zu bringen. Er scheitert beim Versuch seiner Ärztin, ihm Blut abzunehmen ("ich fall in Ohnmacht"), und er scheitert beim Yoga. Yoga!
Das Dogg'sche Familienbild ist weit weg vom Geprotze des alten Gangsta-Rap. Zu sehen ist ein überforderter Vater, eine nölige Mutter und eine Entourage, die in dem gerade mal mittelgroßen Vorstadthaus auf eine Weise herumlümmelt, die so bieder ist wie der alte Traum weißer Mittelschichtkinder, mal richtig harte Rapper zu sein.
Snoop Doggs Father Hood, Viva, dienstags, 23.30 Uhr.
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(SZ vom 05.01.2010/rus)
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@ KeefEffCee
Ähm, Du hast schon mitbekommen, dass Snoop auf dem 92er Debütalbum von Dre bei 9 von 16 Songs gefeatured wird?
Und Dre 93 das Debütalbum von Snoop produziert hat?
Wenn Du die Wurzel von irgendwas suchst, dann musst Du nicht 20 Jahre zurückgehen, sondern 100, 1000 und noch länger...
Dre hat nämlich weder den Funk, noch Soul, noch den Gangstarap erfunden :).
trotzdem frage ich mich, wieso der das nötig hat. war schon bei ozzy osbourne nur noch fremdbeschämend, einen alten ungebildeten mann mit so viel verschwendetem geld schlecht schauspielern zu sehen. von dem hat man ja aber auch lange nicht gehört... aber snoop? wie kommt das denn? falsch angelegte aktien? spielsucht? dass er einfach über dem limit gelebt hat, glaube ich nicht, man kann so viel geld wie der hatte doch nicht in parties verbraten.
gangsta-funk? so ein unsinn, geht alles auf dr.dre zurück. von snoop dogg kamen eher die r&b töne.
So ein Quatsch, dann müsste es doch PILAWERN heißen... (-;
Neue Wortschöpfung: Lautäußerungen eines Quizmoderators gemischt mit dummem Geschwätz von Online-Textverfassern.