Im Kino: "Krabat" Die Kraft der reinen Liebe

Die Otfried-Preußler-Verfilmung "Krabat" ist eine Parabel über das Schicksal der verwahrlosten Kinder in der Dritten Welt. Nur die Liebe kann das Böse bezwingen.

Von Anke Sterneborg

Allgegenwärtig sind derzeit im Weltkino die verwaisten und verwahrlosten Kinder, die Ärmsten der Armen aus Osteuropa, Lateinamerika oder Asien.

Krabat (David Kross, hier rechts) muss sich seinem dämonischen Meister (Christian Redl) mit Haut und Haaren verschreiben.

(Foto: Foto: ddp)

Immer wieder wird man da Zeuge, wie sie einem vermeintlichen Gönner auf den Leim gehen, der Schutz und Sicherheit verspricht, Geld und ein Dach über dem Kopf. Doch statt im Paradies landen sie doch nur wieder in der Hölle, in einem Sumpf aus Verbrechen und Prostitution, Ausbeutung und Abhängigkeit.

Die Geschichte des 14-jährigen Krabat spielt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, und es geht ihm auch nicht anders. In seiner von Schlachten und Pestepidemien gezeichneten Heimat ereilt ihn der Ruf eines finster dämonischen Meisters (Christian Redl), der in seiner düsteren Mühle zwölf Lehrlinge ausbildet.

Zunächst ist der Junge froh und dankbar über regelmäßige Mahlzeiten und einen warmen Schlafplatz, doch bald muss er schmerzlich begreifen, dass der Preis für die Vergünstigungen erheblich höher ist als zunächst vermutet.

Die verführerische Macht Hitlers

In seinem 1971 entstandenen Jugendbuch erzählt Otfried Preußler von einem faustischen Pakt - aus heutiger Sicht mutet die Geschichte des Zauberlehrlings, der sein Coming of Age im Kampf gegen böse Zaubermächte erlebt, an wie eine frühe Version von Harry Potter.

In Preußlers Umdichtung eines alten sorbischen Märchens hallt aber auch die verführerische und böse Macht Hitlers nach, all die unterbewussten Nachwirkungen des Nationalsozialismus, den der junge Dichter an der Ostfront erlebte.

Zugleich schlägt die Geschichte eine Brücke zum modernen Business, das auf die Arbeitskraft von Klaukindern baut, von Kinderprostituierten und Kindersoldaten.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie es Regisseur Marco Kreuzpaintner gelingt, die schwarze Magie des Fantasymärchens ins Bild zu setzen.