Die Gesellschaft wird dabei bei Eichinger und Edel zum gütigen Komplizen. Erstaunliche Drogen- und Gewaltvergehen werden entdeckt, aber günstig in eine Malerlehre und einen Auftritt im Gefängnis im Stile Johnny Cashs umgewandelt.
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Der nagelneue weiße Mercedes, mit dem Bushido im Film beweisen darf, dass man in acht Stunden problemlos von Berlin nach Düsseldorf und wieder zurück fahren kann, ist das unmissverständliche Bild. Und "Zeiten ändern dich" am Ende ein neunzigminütiges Lehrstück in Sachen Auto-Pädagogik.
"Etwas bewegen"
Dass sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer beim letzten Deutschen Filmball in einem Münchner Luxushotel gerne mit dem Rapper filmen ließ und später zu Protokoll gab, dass ihn dessen "Zuversicht, sein Optimismus und seine Einstellung, dass man im Leben etwas bewegen kann", beeindruckt habe - das darf nach diesem Film wirklich niemanden mehr wundern.
Die poststrukturalistisch inspirierte Gesellschaftstheorie geht davon aus, dass jede Gruppe bei irgendeinem von außen in sie eingedrungenen Element nach einem Grund für ihr Scheitern sucht. Um schließlich durch dessen Ausschluss ihre Einheit wiederherstellen zu können, die natürlich von vornherein eine Illusion ist. Im Fall Bushido erzählt uns der Film die viel bequemere Version der Integration. Im Protagonisten findet unsere Art zu Leben und zu Denken erst wirklich zu sich. Der von den Islamkritikern gegeißelte grüblerische Vorbehalt gegenüber der eigenen Kultur hat endlich keinen Ort mehr.
"Ich habe diese großen Konzerne vor Augen: IBM, Microsoft, Coca-Cola, Nokia und wie sie alle heißen", schreibt Bushido in seiner Biographie im Kapitel "Ziele des Lebens": "Sich ein eigenes Imperium aufzubauen, das wäre schon was. Ich lese auch viele Biographien von Menschen, die so etwas geschafft haben, um von ihnen zu lernen. Mein Lieblingsbeispiel ist Ikea."
Wie beim Betrügen der Freundin
Und auch sein Freiheitsbegriff ist vorbildlich: "Ein wirklich guter Vater ist aber der, der seinen Kindern das Gefühl gibt, frei zu sein, obwohl sie es gar nicht sind." Es sei wie beim Betrügen der Freundin. Solange man ihr das Gefühl gebe, die Einzige zu sein, sei alles gut: "Alle sind glücklich, auch wenn sie vielleicht nicht die ganze Wahrheit kennen. Solange ich derjenige bin, der über alles Bescheid weiß, ist es doch okay."
Die düsteren Seiten im Werk des einmal als homophober, sexistischer und gewaltverherrlichender Berliner Gangster lancierten Rappers haben im Film dementsprechend einen milden Glanz oder kommen gar nicht vor. Am Ende hat der Protagonist sogar seinen für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftigen Ehrbegriff aufgegeben und sich mit dem kranken Vater versöhnt. Dann gibt's auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor für die Mama ein Duett mit Karel Gott. Und am Ende einen Thailand-Urlaub mit Bernd Eichinger und dessen Familie.
Oh, Verzeihung! Das kam nicht mehr vor im Film. Die Reise gab es wirklich. Genauso wie diese DPA-Meldung am Mittwochabend um kurz nach halb neun: Bushido habe zur Premiere seines Films einen dunklen Anzug getragen. Was für ein Glück.
ZEITEN ÄNDERN DICH, D 2010 - Regie: Uli Edel. Buch und Produktion: Bernd Eichinger. Buchvorlage: Bushido. Kamera: Rainer Klausmann. Mit Bushido, Moritz Bleibtreu, Hannelore Elsner, Elyas M'Barek. Constantin, 94 Minuten.
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(SZ vom 05.02.2010/rus)
Bundespräsident Gauck in Israel
artikel ist genauso unterirdisch schlecht wie der film, besonders peinlich der versuch uns den film als unfreiwilligen aber wichtigen beitrag in der islamkritik-debatte zu verkaufen ,hallo sz-schreiberling gehts noch!!!
"Im Angesicht der Katastrophe entstand ein unbändiger Wille zu leben"
Das würde ich nach diesem Film vermutlich auch denken ...
"was sie sich verbieten geht mir übrigens am allerwertesten vorbei"
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Ich schrieb: Das verbitte ich mir. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Bedeutungen. Sind Sie sicher, hier Kommentare zu kommentieren, wenn sie gar nicht richtig lesen können?
ja, super. nochn Film in dem propagiert wird, dass sone Schlägertypen die auch gern mal bei Frauen hinlagen eigentlich ganz liebe, kreative sind.
Ich denk nach eminems und 50cents ergüssen reichts irgendwann mal.
wenn bushido jetzt noch sein eigenes modelabel rausbringt ist alles zu spät.
Ich habe zwar schon manchen Blödsinn gemacht, aber das verbitte ich mir.
typische plattitüde, hybris wie gesagt
was sie sich verbieten geht mir übrigens am allerwertesten vorbei
mfg
Paging