Der Leipziger Maler Neo Rauch stellt neue Bilder aus. Sie sind düsterer und geschichtsbeladener denn je. Im Interview erklärt er, warum.
Jagdszenen in Leipzig. Seit zehn Jahren wolle er jetzt ein Bild von Neo Rauch kaufen, fleht ein Herr den Galeristen Gerd Harry Lybke an. Warum ihm das, bitteschön, nicht gelinge? Später erzählt Lybke, kürzlich hätte ein anderer angerufen: ,,Ich will einen Rauch. Egal, von wann und wie er aussieht.'' Und tschüss, sagt Lybke.
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Der Leipziger Maler Neo Rauch vor seinem Bild 'Das Blaue' (2006). (© Foto: dpa)
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In der Galerie Eigen+Art herrscht Hochbetrieb. Neo Rauch zeigt zehn neue Großformate und zwei kleine Gemälde. Natürlich sind wieder Tausende aus aller Welt gekommen, um die Ausstellung zu sehen. Rauch ist das alles zu viel. Gestern hat er einem Fernsehmann das Interview verweigert. Der hatte die Frage gestellt, wie es ihm denn in Leipzig gefalle. Der Maler ist hier geboren, vor 46 Jahren.
Rauch, der Gesuchte, der Begehrte. ,,Ich kann dein Gesicht nicht mehr sehen'', so hätten ihm Freunde offenbart. ,,Was müssen dann erst meine Feinde denken?'' Ob er denn Feinde habe? ,,Oh ja, es gibt sie. Die fragen, was dieses Fünfziger-Jahre-Geschmiere soll.''
Licht flutet einen Wald aus eisernen, rostroten Stelzen, eine riesige, leere Fabrikhalle auf dem Gelände der Baumwollspinnerei. Eine kleine, unscheinbare Stahltür führt von dort aus in das Atelier, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, wo alles von einem unsichtbaren Firnis überzogen ist, der die Dinge einfriert und stillstellt. Wie in Rauchs Bildern. Es riecht nach Emulsion. Ein neues Bild, etwa drei mal vier Meter groß, lehnt an der Wand. Ein Schlüsselbild seiner Wolfsburger Retrospektive, die im November beginnt. ,,Zu 90, 95 Prozent ist es fertig'', sagt Rauch.
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