SZ: Die Gebrüder Vogel, Hans-Jochen und Bernhard, sollen nie zufrieden sein.

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Illner: Ihre Kritik wird immer charmanter.

SZ: Duzen Sie Gäste privat?

Illner: Nein. Ich bin ja nicht auf der Suche nach Freunden. Man macht es sich als Journalist doppelt schwer, wenn man als Duzmaschine unterwegs ist. Ich halte mich an ein paar Grundsätze: Es ist nicht gut, Biographien über Politiker zu schreiben. Es ist nicht gut, zu privaten Festen von Politikern zu gehen. Und es ist nicht gut, Mitglied einer Partei zu sein.

SZ: Moderatoren sind in politischen Talkshows zur Ambivalenz dienstverpflichtet. Einerseits schmeichelnder Gastgeber, andererseits Journalist ohne Rücksichtnahme. Wie sicher geht man auf der dünnen Linie?

Illner: Ich würde mal sagen, die vergangenen zehn Jahre sicher genug. Ich fürchte niemanden, ich verteile keine Zensuren. Wir sind kein Streichelzoo.

SZ: Waren Politiker vor zehn Jahren sachkundiger?

Illner: Nein.

SZ: Am 27. September sind Bundestagswahlen. Wer legt die Gästeliste Ihrer Sendung am 24. September fest?

Illner: Nicht die Wahlkampfzentralen. In den vergangenen zwei Wahlkämpfen hatten wir kurz vor dem Showdown Sympathisanten der Kandidaten eingeladen. 2002 kämpfte Uli Hoeneß für Edmund Stoiber und erklärte im ersten Satz, wie genial Stoiber sei, und im nächsten, dass er auch viel von Joschka Fischer halte. Großartig. Wir werden schon im Juli, früher als sonst, aus der Sommerpause zurückkehren, es wird fünf Wahl-Sondersendungen von uns geben. Am Konzept und am Titel arbeiten wir noch.

SZ: ARD und ZDF wünschen sich ein Kanzlerduell. Sie sind bereits gesetzt, sollten sich Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier einverstanden erklären. Wen hätten Sie gerne als Partner?

Illner: Sie meinen, Anne Will oder Frank Plasberg? Am besten wohl beide. Warten wir's doch mal in Ruhe ab. Da steht ja noch nicht mal der Termin zur Grobplanung fest. Aber mit ziemlicher Sicherheit gibt es in meiner Sendung an zwei Donnerstagen jeweils ein Interview mit der Bundeskanzlerin und eines mit dem Herausforderer der SPD.

SZ: Johannes B. Kerner bewältigt spielend vier Talkshows in der Woche, er tritt als Fußballexperte und als Showmaster auf. Auch Plasberg macht Unterhaltung. Wollen, können oder dürfen Sie nicht öfter auftreten?

Illner: Ich finde es großartig, dass meine Kollegen da so pluripotent aufgestellt sind. Ich bin dankbar, dass ich mich auf diese eine Sendung konzentrieren kann.

SZ: Trotzdem werden Sie etwas zu "20Jahre Mauerfall" machen, oder?

Illner: Da hat uns unser Chefredakteur gerade für eine Miniserie von zehn Teilen Platz im Programm gemacht. Es gab zu DDR-Zeiten den DEFA-Augenzeugen vor jedem Kinofilm, so eine Mischung aus Aktueller Kamera und Bitte umblättern. Menschen, die darin auftauchten, wollen wir 20 Jahre später besuchen. Mein Produzent Hartmut Klenke hat die redaktionelle Verantwortung dafür, es war seine Idee.

SZ: Frau Illner, Ihr Lebensgefährte René Obermann ist Vorstandsvorsitzender der Telekom: Was haben Sie von ihm über Politik und Wirtschaft gelernt?

Illner: Dass nicht alles Private automatisch politisch ist.

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(SZ vom 19.02.2009/holz)