SZ: Wie viel wäre wohl so ein glückliches Paparazzo-Foto von Ihnen wert?
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Biel: Ich weiß es wirklich nicht. Doch vermutlich weniger als eines mit einem Fleck auf meiner Hose. Oder eines mit zerrissener Strumpfhose
SZ: ...oder mit weißem Puder auf der Nase. Und wie viel würde erst ein Foto von Ihnen im Bikini mit Cellulite einbringen...
Biel: Jetzt wüsste ich es auch langsam gerne.
SZ: Ich schätze: 200.000 Dollar. Mit dem Erlös so eines Fotos könnte man wahrscheinlich ein ganzes mexikanisches Dorf nach Harvard schicken.
Biel: Wenn der Paparazzo auf Bildung steht.
SZ: Vor drei Jahren wurden Sie die Freundin des Superpopstars Justin Timberlake. Seitdem können Sie sich überhaupt nicht mehr frei bewegen. Wie dick ist Ihr Fell mittlerweile?
Biel: Der Gerechtigkeit halber muss ich zugeben, dass es sich manchmal ganz gut anfühlt. Diese ganze Aufmerksamkeit schmeichelt mir auch. Ich denke dann: Siehst du, deine Arbeit ist wichtig, sonst wären sie ja nicht alle hier. Manchmal aber, wenn der Tag schon so anfängt, dass die Fotografen mich keinen Meter alleine gehen lassen, wenn sie von jedem Meeting bis zum nächsten hinter mir hersetzen, und das bis in den späten Abend - dann ist es einfach nur zermürbend. Und fühlt sich trostlos an. Dann komme ich nach Hause, sitze auf dem Boden, heule und frage mich: Willst du das alles wirklich?
SZ: Was stellt diese Dauerbeobachtung mit Ihrem Geist an?
Biel: Er ist in permanenter Alarmbereitschaft. Ich bin ständig am Pläneschmieden, wie ich ungesehen ein paar Dinge erledigen kann.
SZ: Wenn Sie zum Beispiel mit einer guten alten Freundin ein kohlehydratarmes Eiweiß-Omelette essen gehen wollen...
Biel: ...dann gehe ich bestimmt nicht in eines dieser angesagten Restaurants, sondern in ein völlig unbekanntes. Ich überlege mir als Erstes: Wo gehen wir hin? Und dann: Wie kommen wir dahin? Holt sie mich ab? Hat sie eine Rückbank, auf der ich mich flachlegen kann? Sehen meine Haare okay aus für den Fall, dass sie uns doch entdecken? Werden sich die Kellner in dem Laden bestechen lassen? Werde ich am nächsten Tag wieder eine aufs Dach bekommen, weil irgendjemandem meine Schuhe nicht gefallen? Einmal haben sie mir tagelang vor meiner Tür aufgelauert, mit ihren dicken SUVs und ihren langen Teleobjektiven. Da habe ich angefangen, das Haus nur noch mit einer riesigen Afro-Perücke, mit grellem Lippenstift und einem Umhang zu verlassen. Jeder weiß, dass ich nie Lippenstift trage und es lieber natürlich mag. Das war also eine gute Tarnung, und sie funktionierte zunächst wunderbar. Nach zwei Tagen waren sind dann auch dahintergekommen.
SZ: Sie haben sich Justin Timberlake, einen der begehrtesten und erfolgreichsten Stars der Welt, geangelt. Empfinden Sie nicht enormen Druck, mit ihm Schritt halten zu müssen?
Biel: Ein ehrgeiziger Mensch inspiriert seine Umgebung immer.
SZ: Verstanden, Sie reden nicht über Ihren Freund. Verliert denn Glück an Bedeutung, wenn es öffentlich zur Schau gestellt wird?
Biel: Auf jeden Fall. Ist es nicht viel schöner, wenn es unter der Oberfläche brodelt und keiner etwas mitbekommt? Wenn ich nach außen hin ein Pokerface aufsetze und niemand weiß, was ich fühle? Die Leute wissen doch sowieso schon so viel. Das wenige, das sie nicht wissen, bleibt meins, und basta.
(...)
Jessica Claire Biel wurde 1982 in dem Städtchen Ely geboren und wuchs in Boulder, Colorado, auf. Sie wollte zunächst Sängerin werden, bekam dann aber mit 14 Jahren eine Rolle in der amerikanischen TV-Serie "Eine himmlische Familie". Ein Oben-ohne-Foto auf dem Titel des "Gear"Magazins im Jahr 2000 ließ ihre TV-Karriere weitgehend einschlafen. Auch auf der Leinwand wartet Biel trotz durchweg kommerzieller Rollenauswahl ("Stealth", "Unter dem Radar", "Der Illusionist") noch auf den durchschlagenden Erfolg. Ihre riesige Popularität verdankt sie weitgehend ihrer Liebe zu dem Popsänger Justin Timberlake; über den aktuellen Beziehungsstand der beiden rätselt das Publikum weltweit und anhaltend. Die Actionkomödie "Das A-Team" startet am kommenden Donnerstag, 12. August, in den deutschen Kinos.
Das komplette Interview finden Sie in der SZ am Wochenende vom 7./ 8. August 2010
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(SZ vom 07.08./08.08.2010/feko)
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