Er war die Sau: Eine Begegnung mit Isabella Rossellini, die zum 100. Geburtstag ihres Vaters Roberto für dessen Werk wirbt.
In unserer Familie, sagt Isabella Rossellini, war mein Vater die Sau - und das ist ganz wörtlich gemeint und ganz liebevoll: ¸¸Am liebsten warfen wir uns alle auf ihn - er legte sich auf die Seite und spielte die Muttersau, und wir waren die Ferkel. Dabei schlang ich die Arme um seinen riesigen Bauch . . ."
Fellini hat ihn mit seinem Humor inspiriert, das war herzzerreißend, aber komisch ... (© )
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Mit dieser Erinnerung beginnt der verrückte kleine Film ¸¸My Dad Is 100 Years Old", den Isabella im vergangenen Jahr mit dem kanadischen Regisseur Guy Maddin gedreht hat. Dazu hat sie ein Buch herausgebracht, ¸¸Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister. Erinnerungen an Roberto Rossellini", das unter anderem das Drehbuch und Fotos des Films enthält (deutsch von Marion Kagerer, Carina von Enzenberg, Marianne Schneider, Viktoria von Schirach. Schirmer Graf Verlag, München 2006. 143 S., 24,80 Euro). Mit Film und Buch will Isabella, die selbst eine lange Karriere als Lancäme-Model, Filmschauspielerin und Geschäftsfrau aufweisen kann, die Filmgeschichte ein wenig zurechtrücken, die ihrem Vater Roberto einen kurzen Ruhm, für seine neorealistischen Filme ¸¸Rom, offene Stadt", ¸¸Paisà" und ¸¸Deutschland im Jahre Null" zuteil werden ließ und dann brutal fallen ließ - weil Rossellini Hollywood den Weltstar Ingrid Bergman abtrünnig werden ließ und nicht nur ihre, sondern auch die eigene Karriere zerstörte.
Ganz rein hatte diese kurze Affäre begonnen, als Bergman 1948, nachdem sie ¸¸Rom, offene Stadt" und ¸¸Paisà" gesehen hatte, an den Filmemacher nach Rom schrieb: ¸¸Wenn Sie eine schwedische Schauspielerin gebrauchen können, die sehr gut Englisch spricht, die ihr Deutsch nicht vergessen hat, aber im Französischen nicht besonders gut zu verstehen ist und die auf Italienisch nur Ti amo sagen kann, dann bin ich bereit zu kommen und einen Film mit Ihnen zu drehen." Der Film war ¸¸Stromboli", eins der großen Melos der Kinogeschichte, und kaum war Bergman auf die italienische Insel zum Dreh abgereist, setzte die Hexenjagd ein. Es kam zur Scheidung, zu Häme und Verachtung der gemeinsamen Filme, deren schmucklose Wahrhaftigkeit kollidierte mit dem Ikonenbild, das man vom makellosen Star Bergman gern bewahrt hätte. Eine unglaubliche Geschichte, die in dem Band bewegend dokumentiert ist.
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