SZ: Was war McCarthys größte Schwäche?
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Ann Coulter: Was wir heute als Schwäche ansehen, war damals fortschrittlich. McCarthy hatte - ich hasse dieses Wort inzwischen, weil es zu so einem derartigen Schlagwort geworden ist - aber er hatte, lange bevor es cool war, einen ganz gemischten Mitarbeiterstab. Er beschäftigte Schwule, er beschäftigte Juden, Katholiken, Protestanten und Frauen. Und zwar als wirklich wichtige, wertvolle Mitarbeiter. Und er war ihnen gegenüber uneingeschränkt loyal. Er erkannte das Genie des jungen Roy Cohn und setzte sich mit Haut und Haaren für ihn ein. Ach, die ganze Cohn-Schine Geschichte (die in den Army-McCarthy-Hearings 1954 zum Sturz McCarthys führte, LH) war im Grunde so lächerlich. Ok, offensichtlich schwärmte Cohn für G. David Schine, der allerdings nicht schwul war. Als Schine rekrutiert wurde, versuchte Cohn für ihn eine bevorzugte Behandlung bei der Armee durchzusetzen. In erster Linie wäre Schine zwar überhaupt nicht eingezogen worden, hätte er nicht für McCarthy gearbeitet, aber was soll's. Sicher war McCarthy zu nachsichtig mit einigen von Roy Cohns Extravaganzen, letztendlich aber war Cohn einfach brillant. Andererseits, und hier stimme ich Roy Cohn zu, ist kein anderer Mensch jemals so erbarmungslos, so brutal attackiert worden wie Joe McCarthy. Es ist wirklich eine traurige Geschichte. Ganz ehrlich, wer hält so etwas aus?! McCarthy war kein dummer Mann, Roy Cohn war kein dummer Mann. Ich denke die absolut einzige Möglichkeit, derartig koordinierte Angriffe zu ertragen ist, ein gläubiger Christ zu sein. Mir ist aufgefallen, dass all die, die unter ähnlichem Beschuss standen wie McCarthy, so wie Ronald Reagan, Whitaker Chambers und einige andere, immer und grundsätzlich tief in ihren Seelen wussten "Diese Welt spielt keine Rolle. Ich werde die Wahrheit sagen, egal was sie mir hier in dieser Welt antun".
SZ: In Ihrem Buch schreiben Sie, dass die liberale Presse Joe McCarthy verabscheute. Ich denke, das war zu zumindest zum Beginn seiner Karriere als Senator nicht so. Er war ein Meister darin, die Presse für seine Zwecke zu benutzen, er war ständig in den Nachrichten. Ich denke, man muss hier die Nachrichten von den Kommentaren trennen...
Ann Coulter: Ja! Ich wünschte, ich hätte eine seiner Reden sehen können. Man liest Beschreibungen davon, wie er - ebenso wie Sarah Palin heute - das Publikum für drei Stunden in seinen Bann ziehen konnte, tosender Applaus. Er war sogar besser als Sarah Palin. Ich meine, wer schafft so etwas heutzutage? Und wie Senatoren häufig beschrieben werden: sie treiben sich in schicken Clubs rum und halten sich nur im Dunstkreis von Eliteuniversitäten auf. McCarthy war der Star des kleinen Mannes.
SZ: Welche Reaktionen gab es auf Ihren Versuch, mit "Treason" McCarthy zu rehabilieren?
Ann Coulter: Da waren meine Freunde, denen schickte ich Kapitel und sie brannten darauf, sie zu lesen! Jeder hatte bei der Geschichte Lunte gerochen. Man merkt einfach, wenn man belogen wird. Und dann endlich die Informationen bekommen zu können, die Leute waren begeistert! Besonders die College-Kids - wie konnten die ihre Professoren schocken? Indem sie Mao-T-Shirts trugen? Die Professoren trugen ja selbst Mao-T-Shirts. Nein, indem sie Joe McCarthy-T-Shirts trugen. Sie waren wild auf die McCarthy-Story und so bekam ich viel Interesse von Seiten der jungen Leute, die diese bedrückende "Political Correctness" einfach Leid waren. Das hat Spaß gemacht und es war eine Möglichkeit, gegen die Autoritäten zu rebellieren. Und im Fernsehen, als ich eigentlich die alten Commies erwartete, hat sich kaum jemand an das Thema herangewagt.
SZ: Wenn die Liberalen und ihre Presse in den USA Ihrer Meinung nach so stark sind. Wie konnten dann Politiker wie Reagan und McCarthy so erfolgreich sein?
Ann Coulter: Zunächst einmal: Warum ist die Presse so liberal? Ich vermute, teilweise übernehmen einfach die Söhne die Jobs ihrer Väter. So waren zum Beispiel alle Feuerwehrmänner in New York City irisch-katholisch. Es geht dabei um die Entstehungsgeschichte der Dinge; es ist ja bewiesen, dass das ein konkretes Vorhaben der kommunistischen Partei war: Geht nach Hollywood, geht zu den Zeitungen, geht an die Universitäten. Und auch 50 Jahre später findet man nur an den Universitäten noch überzeugte Kommunisten. Bill Ayres, der linksradikale Wheatherman, wurde von der New York Times interviewt, und nach der Hälfte des Gesprächs sagt der Interviewer: "Oh ja, meine Eltern waren auch bei den Weathermen..." Arbeiten die denn alle bei der Zeitung oder in Universitäten? Sie sind also zu den Machtzentren gegangen. Und Sie fragen, wie mächtig sie waren. Nun, ich denke Ronald Reagan und McCarthy waren sprachen über die Presse hinaus, an der Presse vorbei. Ich meine, ich habe Reagan selbst gesehen und es war wunderschön, denn er sah direkt in die Kamera, sprach zum amerikanischen Volk und es war egal, dass die Medien Zeter und Mordio schrien. Sehen sie, es ist ein kleiner Unterschied, wenn man einen Präsidenten hat, Gott segne sein kleines Herz, wie George W. Bush, der keine zwei Sätze zusammen bekommt. Das war schon ein Problem für uns...
SZ: Warum werben sie auf dem Cover ihres Buches mit "New York Times Bestseller"? Ist das ironisch gemeint?
Ann Coulter: Nein, sie haben nur noch keine Möglichkeit gefunden, dabei zu betrügen. Es gibt zwar viele Bestsellerlisten, aber die New York Times-Liste ist eben die Liste, die zählt. Zwar werden immer wieder Taktiken gewählt, die den Konservativen Schaden zufügen, so zum Beispiel zählen sie keine unabhängigen Buchläden, keine christlichen Bücherläden, damit es immer ein klein wenig zum Nachteil für uns wird. Mitarbeiter von Border's (einer US-Buchhandelskette, LH) verstecken zum Beispiel die konservativen Bücher. Aber natürlich, die New York Times Liste ist immer noch der Goldstandard.
SZ: Gibt es eigentlich für Sie einen Unterschied zwischen Liberalen und Kommunisten?
Ann Coulter: Liberalismus und Kommunismus? Ich denke die Liberalen haben bessere Zähne und hübschere Kleider. In Wahrheit würde ich sagen, die meisten Liberalen sind im Grunde eher Sozialisten; und ihre Weltsicht hat sich gewandelt. Sie waren ja wirklich nachsichtig mit Stalin. Sie dachten wirklich, es wäre ein System, das funktionieren könnte. Seit dem Hitler-Stalin Pakt, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, hat sich einiges verändert. Heute ist Liberalismus eher Plutokratie. Es sind einfach reiche Leute, die sich über Sachen Gedanken machen, für die sich normale Leuten nicht interessieren. Sowas wie Schwulenehe. Als wäre das das große Thema der heutigen Linken. Was sind sonst große Themen? Es ist doch merkwürdig, dass in den letzten Monaten vor einer Präsidentschaftswahl über kein wirkliches Thema gesprochen wurde. Ich kenne ihre Themen gar nicht. Vielleicht die Zuschüsse für die Pfadfinder. Meistens eben eher soziale Themen. Sie wollen, dass die Steuern hoch sind, denn ich glaube die meisten Liberalen sind wohlhabend genug, dass es ihnen egal ist. Sie haben tatsächlichen Reichtum. Wir haben in diesem Land keine Vermögenssteuer. Ich wäre nicht so sehr gegen den Anstieg von Steuern, wenn es sich um eine Vermögenssteuer handeln würde und nicht um eine Einkommenssteuer. Sie sitzen also auf all ihrem Geld und halten den Rest von uns davon ab, welches zu bekommen.
SZ: Wussten Sie, dass die Verlagsgruppe, in der Ihr Buch erschienen ist, Random House, einem deutschen Medienkonzern gehört? Bertelsmann.
Ann Coulter: Ja, die sollten froh über mich sein - ich bringe ihnen viel Geld! Ich glaube ich war nie gemein zu den Deutschen, oder? Jedenfalls nicht, seit Merkel im Boot ist. Ja, wir mögen sie, wir mögen Sarkozy. Ich bin losgegangen und habe mir ein französisches Kleid gekauft, als Sarkozy gewählt wurde und ich bin ein paar Monate später nach Paris gereist. Ich war so froh, wieder französische Sachen kaufen zu können.
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(SZ vom 14.11.2008/sueddeutsche.de/rus)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Lieber Tom Paine,
ich denke, dass ihre Mitkommentatoren Ihrer Äußerung nach den ersten zwei Kommentaren verstanden haben. Mit unterlassen Sie es immer wieder gleiche Kommentare zu posten. Außerdem widersprachen Teile des ersten Kommentars unserer netiquette, deshalb wurde er nicht veröffentlicht.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
"...ein großer amerikanischer Patriot! Von Gott gesandt; zum genau richtigen Zeitpunkt. Er trieb die Amerikaner in eine berechtigte Wut gegen diese nichtsnutzigen Demokraten, die immer nur ihren Verrat vertuschen wollen. Er immunisierte die Vereinigten Staaten für die nächsten 30 Jahre gegen die kommunistische Propaganda..."
Hilfe! Die ist ja besessen. Und sicher auch bewaffnet, fürchte ich.
Eine ungute Konstellation.
Ich kann mich der Ansicht, die SZ habe hier einer Falschdenkenden eine PLattform geboten nicht anschließen. MIt ein wenig Aufmerksamkeit erkennt man, daß der Fragesteller die Auffassung dieser bedauernswerten Person nicht teilt, sie ihr aber entlocken will. NIChts ist entlarvender, als solche Menschen zum Sprudeln zu bringen und sich und ihre kranken Ansichten rechtfertigen zu lassen, wobei sie sich dann schöner entlarven, als wenn man sie bloßstellen wolte.
Jedem muß klar sein, wie beseelt und engagiert diese Person in Ihrer Verblendung ist - und daß sie in ihrem Land . und nicht nur dort - mit solchen Ansichten und Interessen nicht alleine steht. Solchen Leuten und Organisationen müssen wir wehren. UNd dazu muß man sie ihre Karten auf den Tisch legen lassen.
Ich finde den Artikel sehr gut gelungen, das Gespräch geschickt geführt, aber insgesamt zu kurz.
Sorry,
aber ich versteh den Artikel nicht!
Od. die Dame die hier ihrer Senf dazugibt.
Was sagt sie
Reegan hat den Kommunismus besiegt??
Nixon war nicht der schlechte?
Kommunistisches Hier Kommunistisches da.
Sahra Plain wird gehast weil sie katholikin ist
usw.
Wo lebt die Frau??????
Wie man hier sieht macht dummheit nicht nur gut im Bett sondern auch Reich
Kann mich aber auch täuschen;)
Das beste ist, wir Europäer können das nciht verstehen (Pass)weil da so ist als wenn man zwei Köpfe hat.
Sie hat gar keinen.
Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund, warum die SZ die Dokumentation dieses bekannten Coulter-Zitats unterdrückt?
In a recent interview for the New York Observer, Ms. Coulter - who thinks that liberals should be killed - announced her support for mass murderer Timothy McVeigh. "My only regret with Timothy McVeigh," she told interviewer George Gurley, "is he did not go to the New York Times Building." Got that? Her only regret. She doesn't mind that 168 people lost their lives - she just wishes that those 168 people had been (presumably) liberals, working for a news organization she disagrees with.
Ich kann auch gerne einen Leserbrief an die Printversion schreiben
Paging